Wenn der König das Volk lenkt…

Wenn eine Stadt Bauaufträge bevorzugt an das örtliche Bauunternehmen vergibt. Wenn ein Unternehmen vorzugsweise Frauen (wahlweise auch Männer) einstellt, obwohl das Geschlecht keine Qualifikation für den Beruf ist. Wenn der amerikanische Präsident in allster Öffentlichkeit dazu aufruft, vor allem US-Amerikaner einzustellen, vor allem in den USA zu produzieren und vor allem US-amerikanische Produkte zu kaufen. Dann ist das was? Diskriminierend natürlich. Nur dass letzteres Drängen bisweilen goutiert wird, mindestens nicht sanktioniert werden kann. Weil jene, die darunter leiden, genau jene sind, die von der Wahl ausgeschlossen sind. Es wählen also nur jene, die von der Diskriminierung möglicherweise profitieren, die Inländer. Der König denkt eben, um seine Macht zu erhalten, nur an seine Untertanen – und nicht an jene anderer Könige. Doch der Eindruck täuscht, wie Ökonomie und gesunder Menschenverstand wissen. Der Schutz des eigenen Volkes ist ein Schwindel. Weil das Volk gedrängt wir, sich zwar patriotisch, aber vor allem idiotisch zu verhalten, nämlich zum eigenen Schaden. Unternehmer stellen dann möglicherweise das falsche Personal ein, Konsumenten kaufen die falschen (nicht die besten/nicht die günstigsten) Produkte. Der König schadet seinem Volk. Welcher König überlebt das auf Dauer?

Published by Johannes Eber

Berlin-based economist, senior consultant at Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) and co-founder of the media agency Solokarpfen.

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