Mehr Erwerbstätige: Hat der Mindestlohn keine negativen Effekte? 

Mindeslohnbefürworter nehmen gerne die positive Beschäftigungsentwicklung in Deutschland (seit Frühjahr 2015 plus 550.000) als Beleg dafür, dass die Mindestlohn-Einführung keinen Schaden angerichtet habe. Das Argument aber ist nicht stichhaltig. Genauso wenig wäre ein deutschlandweiter Beschäftigungsrückgang nach der Mindestlohneinführung ein Beleg. Die Veränderung der Beschäftigten-Zahlen ist schlicht das Ergebnis vieler Faktoren, der Mindestlohn ist nur einer davon.

Die Konjunkturentwicklung ist hierfür kurzfristig maßgeblich und die im Vergleich zu anderen Ländern zurückhaltende Lohnentwicklung – und damit gestiegene internationale Wettbewerbsfähigkeit – dürfte ebenfalls seinen Beitrag zur positiven Beschäftigungsentwicklung geleistet haben.

Auch wegen der Mindeslohneinführung fährt der Zug nun aber in die andere Richtung. Nach einer Umfrage des Ifo-Institut Dresden hat jedes dritte in Sachsen vom Mindestlohn betroffene Unternehmen die Löhne auch oberhalb des Mindestlohns angehoben, womit der Lohnabstand von mehr zu weniger Qualifizierten beibehalten wird.

„Der Kostendruck auf die Unternehmen dürfte demnach höher sein, als bislang in den maßgeblichen Schätzungen berücksichtigt wurde“, urteilt Ifo-Arbeitsmarktforscher Michael Weber. Und, so mutmaßt auch das Ifo Dresden: Dass es bisher keinen massiven Stellenabbau gab, sei neben den Anpassungsreaktionen der Unternehmen (Preise erhöht, Sonderzahlungen für Beschäftigte gestrichen, Arbeitszeiten verringert) vor allem der insgesamt günstigen Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu verdanken.

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2 Kommentare zu „Mehr Erwerbstätige: Hat der Mindestlohn keine negativen Effekte? 

  1. Im Frühjahr 2016 wird man sehen, ob der Mindestlohn wirklich funktioniert. Dann erscheint wieder der von den Deutschen geliebte Armutsbericht. Wirkt der Mindestlohn, müßte die Armutsquote sinken, vor allem in den Regionen, in denen der Mindestlohn die höchste Verbreitung hat.

    Das war das politische Ziel des Mindestlohns. Wird es nicht erreicht, gehört der Mindestlohn auf den Müllhaufen.

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