Kein Chaos im Posteingang

Wiki, Blogs und Twitter: Immer mehr Unternehmen wollen die neuen Internet-Techniken nutzen – Die Frage ist nur: Was hilft wirklich?

Man könnte ein Blog starten. Aber für wen? Für die Beschäftigten? Die Kunden? Die Geschäftspartner? Man könnte anfangen, Kurzbotschaften per Twitter zu verschicken. Aber interessiert das? Was soll man twittern? Und wie geht das überhaupt? Man könnte im Unternehmen ein Wiki einrichten, also eine Art Online-Lexikon, in dem man Informationen aller Art ablegen und ansehen kann. Aber was soll da hinein? Wer soll Zugriff haben? Und wie schützt man die Informationen vor den ungewollten Blicken Dritter? – Wer als Unternehmer neue Internet-Techniken in sein Unternehmen einbinden möchte, verliert leicht den Überblick. Dennoch: Laut einer Studie der Unternehmensberatung Aberdeen Group planen im laufenden Jahr 63 Prozent der befragten Firmen mehr Geld für Blogs, Wikis, Communitys und Twitter ausgeben. Die Frage ist nur: Was ist die richtige Strategie?

Wer Web-2.0-Techniken in seinem Unternehmen einsetzt, macht zunächst nichts anderes, als technologische und soziale Erscheinungen des Internets auf den Unternehmenskontext zu übertragen, mit dem Ziel, die Wertschöpfung zu erhöhen. Bei all diesen Techniken geht es im Kern um Information. Genauer gesagt, um den Austausch von Information. Vor der Auswahl einer Web-Technik sollte man deshalb Antworten auf die Frage finden, wofür der Informationsaustausch gedacht ist. Will man zuhören, was andere sagen? Will man sich  mitteilen? Will man aktivieren? Unterstützen? Einbinden?

Fünf Ziele können Unternehmen mit dem Einsatz neuer Kommunikationstechnik erreichen:
1) Gewinnung und der Erhalt von Wissen
2) Vermittlung von Unternehmenskultur
3) Verbesserung der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmen
4) Förderung von Wechsel und Innovation
5) Verbesserung der Kommunikation mit externen Gruppen wie Geschäftspartnern und Kunden

Sind die Ziele definiert, folgt die Auswahl. Um gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten, kann zum Beispiel ein webbasierter Online-Office-Service wie Google Text & Tabellen oder Zoho genutzt werden. Statt Rund-E-Mails, die im Posteingangs-Chaos der Kollegen verschwinden und keine Veränderung in Gang bringt, bietet sich möglicherweise ein interner Corporate Blog an, auf dem sich der Geschäftsführer zu Wort meldet, Diskussionen zulässt und damit ein offeneres  Unternehmensklima erzeugt. Statt ständiger Meetings, können Microblogging-Applikationen wie Twitter eingesetzt werden, bei dem jeder Fragen stellen und mitteilen kann, was in bewegt oder woran er gerade arbeitet.

Allerdings: Technologie kann Kommunikation verbessern, aber Technik alleine reicht nicht. Sie ist immer nur Hilfsmittel, nicht die Basis. Grundlage ist eine vertrauensvolle Unternehmenskultur. Diese zu verbessern, dazu sind Web-Techniken in der Lage. „Eine Kultur der Innovation gelingt nie ohne eine Kultur der Zusammenarbeit,“ sagt der Programmier-Chef von IBM, Liam Cleaver. „Im Kern muss ein Kultur des Vertrauens zwischen Menschen geschaffen werden, und die neuen Webtechniken helfen, dieses Vertrauen herzustellen.“

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