„Die EU hat nie ernsthaft erwogen, die Kompetenzen vertikal klarer zu verteilen. In Sonntagsreden wurde zwar das Prinzip der Subsidiarität beschworen. Es war, wie so vieles in Brüssel, nicht mehr als eine Worthülse. Konkret mit Inhalt gefüllt wurde sie nie. Der EU-Kommission, der Hüterin der Verträge, kam diese Entwicklung gelegen. Sie konnte ihre Stellung ausbauen. Auch die Mitgliedsländer machten keinen Druck, ganz im Gegenteil. Für sie war die EU-Kommission oft der willkommene Sündenbock. Unangenehmes, das sie auf nationaler Ebene nicht anpacken wollten, übertrugen sie nach Brüssel. Das Ende vom Lied ist eine machtvolle Kommission. Ihre Strategie der Integration war zentralistisch. Sie setzte auf Erweiterung und Vertiefung. Das Prinzip der Subsidiarität wurde auf den Kopf gestellt. Die Realität wurde heterogener, die Integration zentralistischer. Nirgends wurden Kompetenzen zurückverlagert. Überall gab es nur eine Richtung: Mehr Europa, mehr Zentralismus. Diese Entwicklung gefällt immer weniger Mitgliedern der EU. Die Briten waren die Ersten, die sich konsequent gegen diese Richtung der Integration entschieden. Sie wollen raus. Andere werden folgen.“

Norbert Berthold in „Die Schlacht um Großbritannien

„Die heute zum zentralen Thema der Bildungsdiskussion gewordene Forderung nach Chancengleichheit sollte nicht länger nur auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler und ihren Zugang zu Bildungsmöglichkeiten bezogen werden. Sie muss in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft auch auf die konkurrierenden Modelle pädagogischer Konzepte und Settings angewandt werden.“

Heiner Barz in „Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft – Eine wichtige Säule des deutschen Bildungswesens

„Es ist nicht ausgemacht, dass selbst Zuwanderer mit diesen günstigen Voraussetzungen in einer höher qualifizierten Beschäftigung landen werden. Das zeigen die Erfahrungen der ausländischen Akademiker, die schon vor Jahren – meist aus persönlichen Gründen – gekommen sind. Mindestens ein Drittel arbeitet unterhalb der Qualifikation, nicht wenige sogar weit darunter; mit deutschem Abschluss kommt das hingegen kaum vor. Der Taxi fahrende Ingenieur und die putzende Psychologin sind keine Mythen. Wer meint, daran seien die Ausländer selbst schuld, macht es sich zu einfach. Denn auch gebildete Zuwanderer müssen hohe systematische Hürden überwinden, es sei denn, sie wandern als Fachkräfte mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche ein.“

Lisa Becker in FAZ vom 14. Juli 2016

Man kann die Realität ignorieren, man kann aber nicht die Konsequenzen ignorierter Realität ignorieren.

Ayn Rand