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Wenn der Staat Preise garantiert…

Was passiert in der Krise, wenn der Staat Abnahmepreise garantiert? Die simple Antwort: Sie müssen bezahlt werden, obwohl die – ob der Krise – sinkende Nachfrage eigentlich den Preis nach unten drückt. Eine Konsequenz: Der bei fallenden Preisen innewohnende Konjunkturimplus fällt bei Preisvorgaben aus. Anschaulich lässt sich das aktuell beim Fördersystem für Wind- und Sonnenstrom (EEG) beobachten. In der Corona-Krise sind die Großhandelspreise für Strom gefallen. Weil aber die Strom-Produzenten einen garantierten Abnahmepreis auf 20 Jahre haben, sinkt der Strompreis nicht entsprechend. Der Mechanismus dahinter: Zwar sinkt der Marktpreis für Strom, der wird aber durch die steigende EEG-Umlage kompensiert. Denn die Umlage gleicht die Differenz zwischen garantierter Vergütung und am Markt erzielbaren Preisen aus. Die Folge: Deutschland wird – anders als viele Staaten – auf den Strompreis als Konjunkturimpuls verzichten müssen.

Von Johannes Eber

In Berlin living economist, senior consultant at Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) and co-founder of the media agency Solokarpfen.

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