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Bildung ermöglichen: Ein Aufruf, der verhallen wird

Mehr als 90 Ökonomen haben einen dringlichen Appell an die Politik formuliert. „Bildung ermöglichen“, lautet sein Titel und beinhaltet die Forderung, die Schulbildung der aktuellen Pandemie-Situation anzupassen. Er wird vermutlich wenig bewirken. Weil das Problem weniger an fehlenden Forderungen liegt als an falschen Anreizen.

Krisen legen Defizite bisweilen offen. Im Bereich der Bildung zum Beispiel das monopolisierte Schulwesen. An der Schule meines Sohnes zum Beispiel ist es in acht Wochen Schulschließung nicht gelungen, ein angepasstes Bildungskonzept zu erstellen, es zu kommunizieren und umzusetzen.

Warum das so ist? Die Schulen haben wenig bis nichts zu verlieren. Die Schüler bleiben. Nicht wie im Wettbewerb, in dem bei einem ähnlichen Verhalten die Kunden scharenweise weglaufen. Die Schule weiß: Die Schüler und ihre Eltern haben keine Wahl. Sie können nicht wechseln. Sie sind Gefangene der Schule.

Die Schulen haben diese Verhaltensbeschränkung seit jeher in ihr (institutionelles) Verhalten eingepreist. Der Schaden ist schon lange zu beobachten. In der Corona-Krise wird er einmal mehr offensichtlich.

Von Johannes Eber

In Berlin living economist, senior consultant at Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) and co-founder of the media agency Solokarpfen.

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