Warum der Protektionismus wenig Chancen hat

Donald Trump schürt die Angst vor Protektionismus. Der wird nicht kommen, glaubt Daniel Gros vom CEPS in Brüssel mit einem überzeugenden Argument: dem Fehlen von mächtigen Lobbygruppen. Früher seien die Interessen von Kapital und Arbeit gleichgerichtet gewesen. “Ihre Interessen standen miteinander im Einklang, weil höhere Zölle es den Arbeitnehmern ermöglichten, höhere Löhne zu verlangen, während das Kapital in Abwesenheit ausländischer Konkurrenz trotzdem höhere Gewinne erzielen konnte”, schreibt Gros auf Project Syndicate. Heute jedoch stünden die Interessen von Arbeitnehmern und Kapital nicht mehr in diesem Zusammenhang: “Die produzierende Industrie wird inzwischen überwiegend von multinationalen Konzernen dominiert, die Produktionsstätten in vielen Ländern unterhalten.” Eine protektionistische Trump-Politik würde folglich der multinationalen USA-Wirtschaft schaden.

Hinzu komme, so Gros, dass mittlerweile viele Unternehmen in globale Wertschöpfungsketten eingebunden seien. Würden folglich Länder Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Importe verhängen, würden die diese Bauteile exportierenden US-Unternehmen leiden.

Die Gewerkschaften haben diesen Zusammenhang offensichtlich erkannt: “Es ist bemerkenswert, dass die US-Gewerkschaften, die NAFTA vor 20 Jahren bekämpft haben, Trumps Drohungen gegenüber Mexiko heute nicht unterstützen”, schreibt Gros.

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