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Wie ein Unternehmen mit Einwanderung umgehen würde

Angenommen der Staat wäre ein Unternehmen und dieses Unternehmen hätte die Aufgabe, ins Land kommende Menschen zuverlässig zu erfassen und diesen Menschen eine von der Gesellschaft festgelegte Versorgung zukommen zu lassen. Dann würde dieses Unternehmen vermutlich bei der Erfassung einen Fingersensor einsetzen, um die Zuordnung von Person zu Personalie und Leistungsanspruch sowie Auszahlung zuverlässig gewährleisten zu können. Alle Daten wären in jeder Filiale des Unternehmens verfügbar und die Daten würden sekündlich deutschlandweit abgeglichen. Das wäre eine Selbstverständlichkeit. Jede halbwegs kompetente Programmierbude könnte eine solche Struktur in kurzer Zeit aufbauen. Den Fall des Anis Amri, der 14 unterschiedliche Identitäten benutzte, hätte es nicht gegeben. Kein Unternehmen könnte sich ein solches Versagen leisten. Der Wettbewerb würde solch inkompetente Dienstleister gnadenlos und glücklicherweise aussieben. Der Staat aber ist kein Unternehmen. Er soll Leistungen erbringen, die kein anderer erbringen soll oder darf, er ist also häufig Monopolist. Er kann sich folglich erlauben, suboptimale Arbeit abzuliefern. Er kann, anders als Unternehmen, nicht ausgetauscht werden. Das Gute kann so nur schwerlich das Schlechte, das Bessere nicht das Gute ersetzen. Die Folgen sind nicht immer so schrecklich wie die Amokfahrt von Anis Amri vor Weihnachten in Berlin, aber mindestens das sind Monopole in der Regel: Wohlstandsvernichter. Die simple Lehre daraus: Wo Wettbewerb möglich ist, diesen zulassen. Er ist ungemütlich für die Anbieter, aber ein Segen für Konsumenten und Staatsbürger. 

By Johannes Eber

Berlin-based economist, senior consultant at Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) and co-founder of the media agency Solokarpfen.

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