Deutschland baut sein Schulsystem in Richtung Ganztagsschulen um. Auf der einen Seite eine gute Sache. Eltern erhalten zum Beispiel mehr Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine Gefahr: Die Freiheit wird eingeschränkt. Wenn sich nämlich die Schulpflicht zunehmend auf den ganzen Tag erstreckt. Das größte Problem aber: Die Bedürfnisse der Kinder werden nicht an erster Stelle verhandelt.

Das scheint mir jedenfalls beim bestehenden Umbau so zu sein. Der findet nämlich in der Regel so statt, dass der bestehenden Schulstruktur (45-Minuten Lerneinheiten am Vormittag) eine Hortbetreuung am Nachmittag dran gehängt wird. Es leuchtet auch einem pädagogischen Laien wie mir ein, dass dahinter kaum ein pädagogisches Konzept steht, sondern dass dies vielmehr der einfachste Weg, eine bestehende Struktur zu erweitern.

An die Schüler wird dabei zuletzt gedacht. Weil sich das staatliche Schulmonopol ein solche (schlechte) Struktur leisten kann. Weil es an Alternativen fehlt. Die meisten Schüler müssen weiter jeden Morgen in die eine gleiche Schule gehen. „Erfolgreicher Ganztag heißt nicht nur, mehr Zeit in der Schule zu verbringen“, sagt zum Beispiel Klaus Zierer, Leiter des Lehrstuhls für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, in einem lesenswerten SZ-Interview, „er führt automatisch auch zu einer engeren Beziehung zwischen Schüler und Lehrer und erfordert ein anderes Unterrichten und Zusammenleben in der Schule.“

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