Kein Unterricht bei Dr. Mannke!

Dr. Jürgen Mannke ist Vorsitzender des Philologenverbandes Sachsen-Anhalt und hat zusammen mit seiner Stellvertreterin Iris Seltmann-Kuke in der Verbandszeitschrift einen „Leitartikel“ veröffentlicht, der ein bemitleidenswertes Menschenbild offenbart. Der Flüchtling, so Mannkes Grundtenor, ist eine Bedrohung, nicht zuletzt weil er uns unsere deutschen Kinder wegnehmen will. Freilich findet Mannke dafür andere Worte. Zum Beispiel diese: 

„Auch als verantwortungsbewusste Pädagogen stellen wir uns die Frage: Wie können wir unsere jungen Mädchen im Alter ab 12 Jahren so aufklären, dass sie sich nicht auf ein oberflächliches sexuelles Abenteuer mit sicher oft attraktiven muslimischen Männern einlassen?“

 Um wie viel ärmer ein Leben wohl ist, wenn alles Neue als Bedrohung empfunden und deshalb abgelehnt wird? Wie gesagt: Man könnte Mitleid haben. Auf der anderen Seite: Mannke ist Pädagoge im Staatsdienst. Er unterrichtet Kinder (auch Flüchtlinge?). 

Wie schafft es solche Meinung im Umfeld von Akademikern an die Spitze eines Lehrerverbandes? Und wie sehr helfen konservative Beamtenstrukturen bei der Karriere solcher Denkmuster? 

Keine Frage, auch in einem Bildungssystem, das vielfältig, weil wettbewerblich organisiert, wäre, kämen solche Ansichten vor; aber mindestens das: Es gäbe Alternativen. Ohne staatliches Schulmonopol könnten sich Kinder und Eltern gegen einen Unterricht bei Dr. Jürgen Mannke und Iris Seltmann-Kuke entscheiden. 

13 Kommentare zu „Kein Unterricht bei Dr. Mannke!

  1. Um wie viel ärmer ein Leben wohl ist, wenn alles Neue als Bedrohung empfunden und deshalb abgelehnt wird?

    Ich lese Ihren Blog gerne. Ich habe auch ihre letzten drei Artikel zur Einschulung ihres Sohnes gelesen. Letztendlich laufen die Artikel darauf hinaus, dass Sie mit der Einzugsschule nicht zufrieden sind.

    Ich bin selbst in einem sehr ähnlichen Milieu groß geworden und auf die mir zugeteilte staatliche Grundschule gegangen. Meine Eltern haben nicht verstanden, dass man auch wechseln kann. Sie waren damals selbst Migranten. Aber die meisten anderen gut situierten, einheimischen Eltern wussten es natürlich und haben entsprechend gehandelt.

    Das führte dazu, dass die Kinder aus ihrem Akademiker-Milieu auf andere „bessere“ Schulen gingen. „Besser“ bedeutet in diesem Fall hoher sozialer Status der Eltern und möglichst wenige Migranten. Weil nur darum geht es, wenn man mal hinter die heuchlerische Fassade blickt.

    Ich landete in einer Klasse der Übriggebliebenen, weil bestimmte Milieus ihre Kinder immer auf andere Schulen schicken. Bei mir war das in Amerika, aber es passiert auch immer mehr in Deutschland. Nirgendwo in Deutschland ist diese bewusste betriebene Entmischung extremer als in Berlin.

    Im Prinzip habe ich nichts gegen gut situierte Leute, die für ihre Kinder allerlei Extrawürste braten. So ist das nun mal, das ist ein alter Hut. Allein die immer extremere Heuchelei ist das Problem.

    Die eigenen Kinder hermetisch abschirmen so gut es geht (verständlich!), aber dann jeden angreifen, der wie Herr Mannke anspricht, dass es hier und da Probleme geben könnte. Das finde ich sehr heuchlerisch.

    Schicken Sie ihr Kind auf eine berühmte Berliner „Brennpunktschule“. Put your money where your mouth is. Aber das macht aus ihrem Milieu niemand. Niemand. Ihr Sohn wird schon auf die „richtige“ Schule gehen. Das ist mir schon klar. Mir ist das auch egal. Ich warte nur auf den Tag an dem Leute aus ihrem Milieu ihre Heuchelei einstellen. Aber dieser Tag wird meiner Lebenserfahrung nach niemals kommen.

    Nichts für ungut.

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    1. Ich denke, was uns verbindet: Dass wir es beide nicht gut finden, wie es an Brennpunktschulen bisweilen zugeht. Die Frage ist, wer dafür Verantwortung trägt und wie man das (Schul-)Leben verbessern kann. So viel in aller Kürze: Auch Migranten tragen dafür Verantwortung. Nur: Wenn die Strukturen des Arbeitsmarktes keinen Job ermöglichen, und die Bildungsangebote beschränkt und unpassend sind, dann sind es eben auch die Bedingungen, die Zusammenleben bisweilen unschön werden lassen. Das ist meine Motivation (auch für dieses Blogs): Ich möchte die Bedingungen verändern helfen, damit Menschen besser zusammenleben können. Wie verändern? So dass gesellschaftlicher Vorteil aus individuellem Vorteil erwächst, dass also eigenes Vorteilsstreben, auch gesellschaftlichen Nutzen stiftet. Dass Miganten, die in einem solchen Ordnungsrahmen leben, ein Gewinn und keine Last sind, davon bin ich überzeugt.

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    2. Danke für ihre Antwort. Ich stimme Ihnen zu. Wenn man jetzt noch mit offenem Visier argumentiert, wäre das schon eine Verbesserung. Es würde schon reichen, wenn die Politiker von Rot-Rot-Grün bis Schwarz-Gelb zugeben, wohin sie ihre Kinder wirklich zur Schule schicken und wohin nicht. Die persönlichen Vorurteile dieser Leute und falsche Gerüchte sind dabei in der Regel viel wichtiger als die realen Zustände an der Schule.

      Wie gesagt ich war an einer Schule, die keinen guten Ruf hatte. Überraschenderweise war es dann bei weitem nicht so schlimm wie zu Beginn befürchtet. Der Rektor und die Lehrer waren sehr sensibilisiert. Gewalt und Mobbing waren absolut tabu. Jeder ernste Verstoß gegen die Regeln hatte auch ernste Konsequenzen. Auch die Eltern von Migrantenkindern waren oft strenger als einheimische Eltern. Das hat mich am meisten überrascht. Wohlhabendere Eltern ließen ihren Kindern oft alles durchgehen, wenn aber die Eltern von Migrantenkindern nach Hause kamen, dann gab es richtig Ärger.

      Ernste Probleme mit Gewalt hatten wir an dieser Schule nicht. Diese Probleme gab es dann erst in Deutschland an einem Gymnasium. Sehr ordentlicher Ruf. Nahezu keine Migranten. Viele sehr gut situierte Kinder. Dabei stellte sich heraus: In dieser Gruppe sind oft die schlimmsten Fälle. Das wusste ich damals nicht – und das können auch alles „Einzelfälle“ gewesen sein, aber so ist meine Lebenserfahrung.

      Viele Kinder aus diesen reichen Milieus sind „normale“ Kinder, aber gleichzeitig kamen auch alle gewalttätigen Psychopathen aus genau diesen gut situierten Milieus. Pfarrerkinder. Lehrerkinder. Nie auf der Einzugsgrundschule gewesen, sondern auf Waldorfschulen, evangelischen Schulen, katholischen Schulen. Solche Sachen. Ich traf vielleicht auf 3-4 notorische Gewalttäter in meiner ganzen Schullaufbahn, aber schon ein einziger dieser Fälle kann ausreichen, um ein Leben nachhaltig negativ zu beeinflussen.

      Vor Pädagogen wie Mannke habe ich Respekt. Wenn man diesen Typus Lehrer hat, kann man seine Kinder beruhigt dort zur Schule schicken. Diese Leute mögen sich gelegentlich ungeschickt ausdrücken, aber sie haben klare Regeln. Und meistens sind sie auch sehr fair. Streng, ein bisschen altmodisch, aber sehr fair. Gerade auch gegenüber Migranten.

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    3. Sie schreiben: „…gleichzeitig kamen auch alle gewalttätigen Psychopathen aus genau diesen gut situierten Milieus. Pfarrerkinder. Lehrerkinder. Nie auf der Einzugsgrundschule gewesen, sondern auf Waldorfschulen, evangelischen Schulen, katholischen Schulen. Solche Sachen.“ Selten so etwas von Vor- und Fehlurteilen strotzenden Unsinn gelesen. Die Lehrer- und Pfarrerskinder, die auf die Realschulen und Gymnasien gingen hier vor Ort waren genau diejenigen, die mit den „Randgruppen“, gespielt, sie integriert und am wenigsten gewalttätig waren, eher sehr sozial eingestellt waren. Diese Kinder waren ganz normal an den Grundschulen. Diejenigen, die aus anderen Schulen wie von ihnen benannte in der Oberstufe hinzukamen, waren sehr freundliche Menschen, in keinster Weise elitär. Was sie kolportieren, sind unbelegte Vorurteile aus Kaisers Zeiten, à la „Lehrers Kinder, Pfarrers Vieh, gedeihen selten oder nie“. Selbst in diesem dusseligen Spruch steht nichts von Gewalttätern. Ich finde es allerdings vollkommen in Ordnung, dass solche Vorurteilsverstärker, wie das vom Beamtenrecht oft „unantastbar“ geschütztes Lehrervolk wie die Höckes und Mannkes/Seltmann-Kukes und einige mehr, die derartig ungerecht und diskriminierend die Menschen spalten, ihres Amtes enthoben werden sollten. Sie widersprechen sich in ihren Kommentaren hier und machen genau das, was sie anprangern.

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    4. @Anonym
      „Selten so etwas von Vor- und Fehlurteilen strotzenden Unsinn gelesen.“

      Ich glaube Sie lesen generell nicht viel. Ihr Textverständnis ist miserabel. Ich habe ausdrücklich geschrieben, dass das meine rein persönlichen Erfahrungen waren. Einzelne Fälle von denen man logischerweise keine repräsentativen Rückschlüsse ableiten kann.

      Sie ziehen mehrfach allgemeine Schlüsse aus meinen Erfahrungen („Alles Unsinn“) und Ihren Erfahrungen („So ist es wirklich“). Vor- und Fehlurteile sind Ihr Denkkategorien nicht meine. Ich gebe jedem Lehrerkind die gleiche faire Chance, die ich jedem Menschen gebe. Ich habe sogar ein Lehrerkind geheiratet.

      Sie erzählen zunächst auch persönliche Erfahrungen („Alles war super“) und ziehen daraus dann allgemeine Schlüsse. Und noch ein Fehler: Migranten brauchen bei Ihnen immer-nette, immer-tolle Lehrer- und Pfarrerkinder, die sie „integrieren“.

      „Integrieren“ das ist so eine typisch dumm-deutsche Fixation. Was soll das sein? Und warum sollten Migrantenkinder Lehrerkinder brauchen, die sie „integrieren“? Integrieren in was? Sie sind derjenige, der Vorurteile pflegt. Das Vorurteil von dummen Migranten, die Lehrerkinder brauchen, damit sie etwas wert sind und etwas werden – in der tollen deutschen Gesellschaft der Lehrerkinder.

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  2. Ihr Aufruf Herrn Mannke nicht mehr unterrichten zu lassen, läßt Ihre eigene mangelhafte Toleranz gegenüber anderen Meinungen deutlich erkennen. Herr Mannke handelt richtig mit seiner Warnung an die jungen Mädchen. Wie es ist, wenn man hartnäckig Nachstellungen von Testosteron gesteuerten jungen Männern ausgesetzt ist, können sie als Mann überhaupt nicht beurteilen. Ich als Frau schon, und muslimisch erzogene Männer verstecken ihre eigenen Frauen und Schwestern im Haus unterm Schleier und alle anderen Frauen sind Freiwild. Hier eine sehr gute Stellungnahme von NeclaKelek – Soziologin http://www.mainpost.de/ueberregional/meinung/Flucht-Diese-Frauen-sind-rechtlich-nicht-geschuetzt;art9517,8980114
    Oder hier das gatestone-institut veröffentlichte im September diesen erschreckenden Artikel:
    http://de.gatestoneinstitute.org/6547/vergewaltigungen-migranten

    Noch irgend welche Fragen offen wie das in Zukunft weiter geht? Ich als Frau habe Angst und dies ist die Schande!

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    1. Der Mann ist Schulleiter eines Gymnasiums. (Fragt sich noch für wie lange, die Jagd ist eröffnet). Er unterrichtet vielleicht noch 1-2 Klassen der Oberstufe. Wenn überhaupt.

      Von Schülern in diesem Alter kann man erwarten, dass sie einen Lehrer aushalten, der vielleicht nicht 1:1 ihrer Meinung ist. Zu meiner Zeit standen in der Schule gefühlte 70% der Lehrer ganz links außen. Damit musste man auch leben.

      Das dürfen Schüler ruhig lernen, dass es Menschen gibt, die andere Meinungen haben als sie selbst.

      Was die Schüler heute lernen ist, dass man für abweichende, „falsche“ Meinungen sozial verfolgt und sozial vernichtet wird. So züchtet man sich ein Volk von homogenen Ja-Sagern heran. Viele Schüler lernen: Jedes falsche Wort, jeder kontroverse nicht-konforme Gedanke kann dich Beruf und Karriere kosten.

      Das kann nicht Sinn der Sache sein.

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  3. Wieso fehlt diese Möglichkeit? Die Eltern können das Gymnasium frei wählen! Eine noch primitivere Ausrede ist ihnen wohl nicht eingefallen? Nochmals Hut ab, vor diesem Mut von Herrn Mannke.

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  4. Bin auch erstaunt und empört! Wenn jemand aufklärt , um unsere Mädchen zu beschützen, dann hat er Recht.Gerade pubertäre Mädchen!
    Wenn an der Grenze zu Österreich Flugblätter von „wohltätigen Organisationen“ verteilt werden, wo jedem Flüchtling mitgeteilt wird,das man bessere Aussichten auf ein Bleiberecht hat, wenn man keinen Ausweis besitze und Deutsche Frauen heiraten sollte. Da kommt auch kein Aufschrei! Und wenn heute die Bildzeitung bringt
    „Migranten fordern Rücktritt des Philologen-Chefs“ dann ist das natürlich auch Ok. Morgen kommen alle Mädchen mit Kopftuch sonst werden unsere Mädchen gesteinigt oder! Wo lebe ich den? Gelten überhaupt noch „Deutsche Gesetzte“.

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  5. Der Shitstorm, und auch dieser Kommentar, leisten nur dem Vorschub, was man damit verhindern will. Denn es zeigt zweierlei: die Intoleranz gegenüber einer kritischen Meinung, und die Ignoranz gegenüber den Problemen, die sich unser Land gerade jubilierend hereinholt.
    Nichts, was Herr Dr. Mannke schreibt, ist falsch. Er warnt vor offensichtlichen Gefahren, die nur Realitätsblinde negieren können. Ich habe Angst um meine Tochter, die nun in einer Gesellschaft aufwachsen wird, die massiv muslimischem Einfluss ausgesetzt sein wird. Muss ich das wollen??
    Und das Bedürfnis der jungen Moslems nach Sexualität in einer Kombination mit einem problematischen Frauenbild kann ja niemand ernsthaft bestreiten.
    Da aber Meinungsäußerung wie der Kommentar von Dr. Mannke medial sofort vernichtet werden, wählen die Leute „reaktiv“ AfD oder gehen zu Pegida. Auch wenn sie die Typen dort fragwürdig finden. Weil sie es nicht mehr aushalten, wie Probleme totgeschwiegen werden. Wie aus Analphabeten Fachkräfte werden. Wie aus Armutsmigranten Flüchtlinge werden. Und und und.

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  6. Armeselig dieser Angriff, wenn man nicht mal seine Meinung äußern darf. Wie war das „wir leben in einem freinem Land“, Aha. Er hat einfach nur die Wahrheit ausgesprochen, was Ihr euch ja nicht traut. Was dabei heraus kommen kann, hat man am letzten Wochenende gesehen.
    Ihr Kinderlein kommt kann ich da nur sagen, kommt alle zu uns.
    Mal sehen wann es hier „einschlägt“, mal sehen ob wir dann immer noch eine Kultur für Flüchtlinge über haben…
    Willkommen im Wald…

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