Wie die in Deutschland ankommenden Geflüchteten begrüßt werden, ist so wunderbar wie eigentlich selbstverständlich. Aber warum müssen sie eine so beschwerliche, lebensgefährliche Reise auf sich nehmen? Eine Reise, die unter anderem dazu führt, dass es vor allem die körperlich wie finanziell Stärksten nach Deutschland schaffen. Die Alten, Kranken, Mittellosen versuchen es entweder gar nicht oder scheitern.

Die Folge: Wir helfen (nur) den Stärksten unter den Notleidenden.

Der Grund liegt an einer Besonderheit des Einreiserechts, auf das der Schwede Hans Rosling in der FAZ hinweist. „Ein Ticket vom Libanon nach London kostet rund 400 Euro. Von Ägypten nach Rom sogar nur 320 Euro“, sagt der schwedische Medizinprofessor, der gefährliche Weg mit den selten hochseetauglichen Booten im Vergleich rund 1000 Euro.

Das Flugzeug wäre also der sicherste, schnellste und günstigste Weg nach Deutschland. Aber dieser Weg ist den Flüchtenden verbaut. Das liegt, so Rosling, an einer EU-Richtlinie, wonach Fluggesellschaften, die Personen ohne Papiere die Einreise in die EU ermöglichten, die „Illegalen“ zurück in ihr Herkunftsland fliegen müssten und alle Kosten zu tragen hätten. Flüchtlinge hingegen sollen laut Genfer Konvention befördert werden. „Die Entscheidung, wer Flüchtling ist und wer nicht, wird damit dem Bodenpersonal am Flughafen überlassen“, sagt Rosling. Die Folge: Niemand kann ohne Visa ein Ticket kaufen, den Flüchtlingen bleibe keine Alternative zur Mittelmeer-Überfahrt.

Schlepper-Routen und Mittelmeerüberfahrten auf Schlauchbooten könnte also ein Ende bereitet werden. Mit der Konsequenz, dass der Zustrom vermutlich weiter steigen würde. Weil sich mehr Menschen die Flucht leisten könnten.

Die moralischen Fragen, welche die  Migrationsströme aufwerfen, sind zahlreich. Auf die Frage, warum wir in unserer technologisierten Welt flüchtende Menschen über den Balkan laufen und durch das Mittelmeer treiben lassen, wo es für die meisten Menschen die Alternative Flugzeug gäbe, fällt einem keine moralische Rechtfertigung ein.

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