Lasst uns schlauer werden! Oder: Warum es die Mietpreisbremse nicht geben müsste

Bildung hilft, nicht zuletzt ökonomische Bildung. Vor allem deren weite Verbreitung. Die sorgt in einer Demokratie dafür, dass die Politik keine Dummheiten macht, machen muss. Weil Dummheiten dann nicht vom Wähler honoriert werden. 

Aber ökonomische Bildung ist in Deutschland nicht weit verbreitet. Vor allem, weil sie an Schulen nicht gelehrt wird. Weil sie praktisch nicht auf dem Lehrplan steht. Weil die Bildenden kaum Ahnung vom Thema haben. 

Dabei würden Basics reichen. Der Zusammenhang von Angebot und Nachfrage zum Beispiel, wie also der Preismechanismus funktioniert. Wäre dieses Wissen Allgemeingut, wir alle würden ein besseres Leben führen.

Beispiel: Mietpreisbremse. Die wurde eben in Berlin eingeführt. Weil die Mehrheit der Menschen gegen höhere Mieten ist. So einfach denken Menschen. So einfach funktioniert Politik. Weil es an ökonomischer Bildung fehlt. Weil nur ein kleiner Teil weiß, dass einer Beschränkung der Preise, eine Beschränkung des Angebots folgt. 

Schon heute führen Regulierungen am Wohnungsmarkt dazu, dass es häufig sehr schwer ist, neue Mietwohnungen zu finden. Ein Auto kaufen? Kein Problem. Eine Wohnung mieten? Ein Unterfangen, das bisweilen Jahre dauert. Was macht den Unterschied? Die Markteingriffe, stupid!

Jetzt also noch die Mietpreisbremse. Preise unter dem Gleichgewichtspreis führen zu einem Nachfrageüberschuss, klärt die ökonomische Bildung auf. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Es wird deshalb in Zukunft noch schwieriger werden, Wohnraum zu finden. 

Hinzu kommt: Wo die Nachfrager in der Mehrheit sind, haben es jene am Schwersten, deren Zahlungsmoral fragwürdig scheint. Die Wohnungsvermieter picken sich aus der Überzahl der Wohnungsmieter die solventesten raus. Wer unregelmäßige und/oder geringe Einkommen hat, dem schadet die Mietpreisbremse am meisten. 

So viel zum Thema: Die Politik kümmert sich mit der Mietpreisbremse um die „sozial Schwachen“. 

Das Gegenteil von gut ist bekantlich gut gemeint. Und gut gemeint ist die Schwester fehlender Bildung. 

Deshalb: Lasst uns schlauer werden! Wir würden alle reicher dadurch, nicht nur finanziell. Und die Politiker würden es uns am meisten danken. Sie müssten keine Gesetze mehr verabschieden, von denen sie häufig schon im Vorfeld wissen, dass sie kontraproduktiv sind. Sie müssten nicht mehr heucheln, sie könnten ehrlich sein. Und eine Politik machen, die wirklich hilft. Weil die Wähler verstehen. Wäre das nicht schön?

Ein mit ökonomischer Kenntnis geschriebener Artikel über die Mietpreisbremse: The Case Against Rent Control

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2 Gedanken zu “Lasst uns schlauer werden! Oder: Warum es die Mietpreisbremse nicht geben müsste

  1. Das schockiert mich in Deutschland auch immer wieder, dass an den meisten Schulen praktisch keine Ökonomie gelehrt wird.

    Andererseits kenne ich Staaten, wo viel mehr Ökonomie gelehrt wird, die Leute dort wählen aber trotzdem nicht anders und die Politik ist auch nicht intelligenter.

    Und dann gibt es natürlich auch immer wieder „Ökonomen“, die ernsthaft behaupten Mietpreisbremsen und ähnliche Markteingriffe seien eine wunderbare Sache.

    Wer nicht hören will, muss eben fühlen.

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  2. Das Verhängnisvolle ist, dass sich die Mietpreisbremse zunächst einmal positiv anfühlt: Die Angst der Wähler, dass ihre Mieten ständig steigen ist gebannt. Demgegenüber sind die Nachteile eher langfristiger Natur: Geringere Investitionstätigkeit, weniger Wohnungen, größere Schwierigkeiten eine Wohnung zu finden, etc.

    Dieses Dilemma lässt sich nur schwer auflösen.

    Wenn man allerdings langfristig nicht in Kauf nehmen möchte, dass sich ohne Mietpreisbremse die Bevölkerung anhand ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit in Wohnlagen „zusammenrottet“ kommt man nicht umhin, die freien Kräfte des Marktes durch eine soziale Komponente zu ergänzen. Das wären z.B. Verpflichtungen für Vermieter/Immobiliengesellschaften einen gewissen Prozentsatz der Wohnung als „bezahlbaren Wohnraum“ für sozial Schwächere auszuweisen oder Ähnliches.

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