Eine Frage der Anreize: Wie man Langzeitarbeitslosgikeit bekämpft

In Deutschland gibt es trotz guter Konjunktur und positiver allgemeiner Arbeitsmarktzahlen mehr als eine Million Langzeitarbeitslose.

Warum das so ist? Ökonomen denken gerne in Anreizen. Der simplen Logik folgend, fehlt viele Menschen – unter den gegebenen Bedingungen – schlicht die Motivation, eine Arbeit aufzunehmen.

Die CDU diskutiert nun darüber, stärker auf positive Anreize zu setzen. Dass es sich also mehr lohnt, sich um Arbeit zu bemühen. Das reichlich Unstrukturierte, was es bisher darüber zu lesen gibt, lässt nicht wirklich Gutes ahnen. Hartz-IV-Bezieher, „die mehr als zwei Jahre arbeitslos sind und mehrere Vermittlungshemmnisse haben, sollen in sogenannten Integrationsbetrieben beschäftigt werden“. Das mag wenigen helfen, und das mag für die wenigen auch eine Hilfe sein. Aber es wird die Bürokratie erhöhen. Und die Anreize, eine solche Stelle anzunehmen, sind zumindest unklar.

Als Einstellungshemmnis hinzu kommt der Mindestlohn. Noch gar nicht eingeführt, werden in der SPD bereits Unternehmenssubventionen gefordert.

Vom Ausland lernen würde hier bedeuten, das Schlimmste zu verhindern. Der französische Staat subventioniert die Arbeitgeber seit 2005 mit 26 Prozent des Lohnsatzes. Kosten pro Jahr: mehr als 20 Milliarden Euro.

Mehr Bürokratie bei gleichzeitig fehlenden Anreizen zur Arbeitsaufnahme – so sieht aktuell die Mehrzahl der politischen Überlegungen zur Lösung des Problems „Langzeitarbeitslosigkeit“ aus. Wer glaubt, dass sich so Arbeitslosigkeit wirksam bekämpften lässt?

In der Vereinfachung könnte die Stärke liegen. Könnten die Motivationskräfte jedes Einzelnen geweckt werden. Warum nicht die zu erwartenden Lohnsubventionen (siehe Frankreich) in eine Art „negative Einkommensteuer“ (siehe Grafik) stecken. Milton Friedman lässt grüßen. Für alle, die selbst ihr Geld verdienen, bliebe das Existenzminimum (wie heute) steuerfrei, wer nicht oder weniger als das Existenzminimum verdient, bekäme die Differenz ausgezahlt (mehr hier).

Wikipedia („cc-by-sa“)
Wikipedia („cc-by-sa“)

Vorteile: keine Bürokratie und keine staatliche Willkür bei der in der Tat schwer zu beantwortenden Frage, ob jemand fähig ist zu arbeiten oder nicht. Vor allem aber: Es würde sich lohnen, eine Arbeit aufzunehmen. Weil ein Zuverdienst die staatlichen Transfers gleichmäßig tangieren würde. Es gäbe keine Hürden, ab denen sich etwa erst lohnt zu arbeiten. Ökonomisch gesagt: Die Transferentzugsrate wäre immer gleich. Worth thinking about!

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