Straßenkonzert ohne Hut: Wie man (auch heute noch) Musikmillionär werden kann

Die Musikindustrie ist bekanntlich nicht am Ende. Apple zum Beispiel hat gerade mit dem Kauf von Beats Music eine halbe Milliarde Dollar dafür ausgegeben, beim Musikverkauf wieder den Anschluss zu finden. Dass es auch für Künstler ein erfolgreiches (Geschäfts)Leben geben kann, dafür ist Mike Rosenberg aus Brighton (Künstlername Passenger) ein schönes Beispiel. Eine kurze Ankündigung auf seinem Facebookprofil (mehr als zwei Millionen Fans) und 15 Stunden später versammelt sich bei kühlem Wetter auf einem kühlen Platz (steht man auf dem Alexanderplatz in Berlin, weiß man nicht ob Mai oder November ist) eine wärmende Gruppe.

Keinen Cent hat Mike Rosenberg (und alle, die grundsätzlich an und mit ihm verdienen) vermutlich dafür bekommen. Am Ende hat der Auftritt wahrscheinlich Geld gekostet (mindestens drei Agenturmenschen – die auch bezahlt sein wollen – standen dabei, unschwer daran zu erkennen, dass sie weder mitwippten, noch mitsangen, dafür einer ständig auf ein iPad guckte).

Dennoch wird sich der Auftritt auszahlen. Bei dieser Straßenmusik wird nicht per Hut verdient, diese Straßenmusik dient der Promotion, sie bahnt Geschäfte an. Bilder und Videos vom (vermutlich gar nicht so spontanen) Auftritt werden mittels Internet weiterverbreitet, Passenger so noch bekannter. Und Flyer zur Vorbestellung der nächsten Platte  („Whispers“, 9. Juni 2014) bei Amazon wurden auf dem Alexanderplatz verteilt. Der Plattenveröffentlichung wird eine umfangreiche Tour in großen Hallen folgen, einige sind bereits jetzt ausverkauft (siehe Screenshot).

Tourplan Passenger

Und: Streaming wird zunehmend zum lukrativen Geschäft. Alleine auf Spotify hat Passenger mehr als 300.000 Follower, sein Hit „Let her go“ wurde dort 200 Millionen Mal gehört. Bei Streammingerlösen von 0,5 Cent pro abgespieltem Song sind das Einnahmen von 1 Million Euro für Musiker und Agentur(en) (nur von Spotify!).

Eines hat mir der Auftritt auf dem Alexanderplatz aber auch gezeigt: Der Erfolg des Geschäftsmodells „Musik“ beruht im Kern darauf, gute Musik zu machen.

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