Wie wir um Menschen werben: Die Stellenanzeige

Stellenanzeige an einer Ampel im Prenzlauer Berg

Vermutlich wird nirgendwo die Wirklichkeit häufiger gebogen als bei der Anbahnung von Arbeitsbeziehungen. Übertroffen vielleicht nur vom Heiratsmarkt. In beiden Fällen hat die positive Selbstdarstellung seinen Grund. Es geht um langfristige Verträge von großer (finanzieller) Wichtigkeit. Die Mittel (Euphemismus und Übertreibung) heiligen den Zweck (dauerhaftes Einkommen, eventuell auch Prestige). So werden aus Urlauben „Auslandserfahrungen“ und das Wissen um den Startbutton am Computer zu „umfangreichen EDV-Kenntnissen“.

Freilich werben beide Seiten. Der Arbeitsplatz wird vom Unternehmen in den schillerndsten Farben gemalt. „Hohe Flexibilität“ wird in der Praxis dann aber häufig zu „Überstunden“ und „Arbeiten im Team“ bedeutet nicht selten, Anweisungen ohne Murren zu befolgen. Gerne werden auch schlichte Tätigkeiten überhöht. Wie das Beispiel im Foto, wo (vermutlich) das Betteln um Spenden als „sinnvolle Tätigkeit“ in Bereich “ Öffentlichkeitsarbeit“ umschrieben wird.

Dieser Post ist Teil der Serie Wie wir um Menschen werben (alle Posts)

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