“Für die meisten, die wir kennen, ist Schule der totale Frust”

“Würden wir wirklich mal gefragt werden, was wir uns wünschen, ehrlich mal, gäbe es wahrscheinlich ganz andere Schulen, in denen sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen”, schreiben drei Berliner Schülerinnen in einem eindringlichen Text über ihre Erfahrungen in der Schule.

Ja, warum fragt eigentlich keiner die Schüler? Und zieht daraus Konsequenzen. Ernsthaft.

Die Frage meine ich rhetorisch, denn die Antwort ist schlicht: Es liegt am System. Schulen müssen sich nicht um ihre Schüler kümmern. Die kommen dennoch jeden Morgen angetrottet. Weil sie müssen (Schulpflicht). Weil sie keine Alternative haben (de facto staatliches Monopol).

Viele Reden werden geschwungen, viele pädagogisch kluge Texte geschrieben – der Kern des Problems aber sind die falschen, die fehlenden Anreize. Auf Schüler wird nur hören, wessen eigene (finanzielle) Existenz davon abhängt auf Schüler zu hören. Und dies wird nur geschehen, wenn Schulen und Schulsysteme im Wettbewerb stehen.

Eine politische Diskussion darüber gibt es nicht, immer noch nicht. Sie ist seit Jahrzehnten überfällig. Doch zu viele haben sich mit dem Status quo abgefunden. Schule frustriert. Das war schon immer so. Das wird immer so bleiben. Das glauben viele. Viel zu viele. Es sieht so aus, als müssten noch Millionen junge Menschen die gleiche Erfahrung machen wie Jamila, Alma und Lara-Luna.

Published by Johannes Eber

Berlin-based economist, senior consultant at Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) and co-founder of the media agency Solokarpfen.

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