Studie: Kitaförderung und Elterngeld sind zielführende familienpolitische Instrumente

Rund 200 Milliarden Euro gibt der deutsche Staat jährlich für die Förderung von Ehen und Familien aus, dennoch ist die Geburtenrate in Deutschland eine der niedrigsten in der Welt. Warum?

Erstmals wurden jetzt die 156 (!) Instrumente der deutschen Familienpolitik im Hinblick auf fünf Ziele untersucht:

  • die Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität der Familien,
  • die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • die frühe Förderung von Kindern,
  • die Erfüllung von Kinderwünschen
  • und den Nachteilsausgleich zwischen den Familien.

Die Studie haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), das ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bundesministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Finanzen (BMF) erstellt – jetzt wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Ein zentrales Ergebnis, das kaum überrascht: Die Maßnamen stehen bisweilen im Gegensatz zueinander.

“Bei den Analysen zeigte sich ein grundlegendes Problem: Viele der Maßnahmen sind zwar in Bezug auf mindestens eines der Ziele förderlich, hemmen oder ignorieren aber die Erreichung eines anderen. So erhöht das Ehegattensplitting für manche Familien kurzfristig zwar das Haushaltseinkommen, ist aber der Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht zuträglich.” (DIW)

Zwei Instrumente bewerten die Wissenschaftler positiv: die öffentlich finanzierteKindertagesbetreuung und das Elterngeld. „Sie verursachen keine oder kaum Zielkonflikte und sollten demzufolge ausgebaut werden“, schreibt das DIW.

Derzeit gebe der Staat jährlich rund 16,2 Milliarden Euro für die öffentlich geförderte Kindertagesbetreuung aus.

„Ohne diese Subventionierung wäre etwa in Familien mit zwei- bis dreijährigen Kindern die Erwerbstätigenquote von Müttern nur 27 Prozent statt 37 Prozent.”

Einen guten Wirkungsgrad bescheinigten die Experten auch dem jährlich rund 4,6 Milliarden Euro teuren Elterngeld. 

„Seit der Einführung des Elterngelds im Jahr 2007 haben sich die im internationalen Vergleich relativ langen Erwerbsunterbrechungen von Müttern erkennbar verkürzt. Zwar nehmen heute mehr Frauen im ersten Lebensjahr ihres Kindes Elternzeit, zugleich steigen aber im zweiten Lebensjahr mehr Mütter wieder in den Beruf ein“, so Katharina Wrohlich vom DIW Berlin.

-> DIW Wochenbericht: Lehren für die Familienpolitik (PDF)

Published by Johannes Eber

Berlin-based economist, senior consultant at Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) and co-founder of the media agency Solokarpfen.

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