Ungleichheit nimmt zu – auch nach staatlicher Umverteilung

Der Würzburger Wirtschaftsprofessor Norbert Berthold hat auf seinem Blog Wirtschaftliche Freiheit die Dissertation des Ökonomen Alexander Brunner über die Einkommensverteilung in Deutschland in einem Post zusammengefasst.

Drei für mich erkenntnisreiche Ergebnisse:

  1. Die Einkommensungleichheit der Markteinkommen in entwickelten Volkswirtschaften, auch in Deutschland, nimmt tendenziell zu. Die Umverteilung durch den Staat fängt diese Entwicklung nicht vollständig ab. Das heißt: Auch die Sekundäreinkommen (also die Einkommen nach Abzug von Steuern und Abgaben und plus staatlicher Transfers) entwickeln sich in Richtung mehr Ungleichheit.
  2. Von den untersuchten Ländern wird in Deutschland die Einkommensungleichheit – durch die staatlich Umverteilung – am stärksten reduziert.
  3. Umverteilungspolitik birgt die Gefahr, dass sie Einkommensrangfolgen umkehrt, was ich tendenziell als ungerecht  ansehen würde.

Norbert Berthold:

„Geht die Politik distributiv sehr aggressiv zu Werke, läuft sie Gefahr, dass Ärmere und Reichere ihre Ränge auf der Einkommensleiter tauschen. Im ungünstigsten Fall ändert sich an der Ungleichheit der Einkommen nichts. Die Empirie weist in die vermutete Richtung. Es existiert ein positiver Zusammenhang zwischen dem Grad der Progressivität der Umverteilung und der dadurch ausgelösten Einkommensmobilität (Rangtausch).“

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