Think big! An was die Debatte um die bessere Schule krankt

Es wird jetzt wieder viel über die „richtige Schule“ gesprochen. Fragen wie diese werden gestellt und beantwortet:

  • Sollen Schüler Sitzenbleiben können?
  • Sind 12 oder 13 Jahre bis zum Abitur nötig?
  • Brauchen wir mehr oder weniger Frontalunterricht?
  • Sind für junge Menschen Gymnasien oder Gesamtschulen besser?

Wie eng Gedanken werden, wenn alle Menschen ihr ganzes Leben in einem einzigen System verbracht haben!

Wir müssen größer denken!

Wenn wir zu einer besseren Bildung kommen möchten, sind Antworten auf andere Fragen nötig:

  • Wie stärkt man die Motivation von Bildungseinrichtungen (Bildungsfirmen?) und Pädagogen, damit diese beste Bildung anbieten?
  • Inwiefern braucht es diese Institutionen und Personen überhaupt (noch)?
  • Wie hilft der technische Fortschritt Bildung zugänglicher zu machen, also die Motivation der „Schüler“ zu erhöhen, indem etwa Lernen mehr Spaß macht?
  • Ist der Staat der richtige Bildungsträger? Oder zumindest das gefragt: Warum ist er der Einzige?

Wenn die Marktwirtschaft das beste System zur Schaffung von Wohlstand und Zufriedenheit ist, weil der Wettbewerb ein Entdeckungsverfahren um beste Lösungen ist, weil Menschen in Freiheit entscheiden, ob und wenn ja, was sie auf Märkten anbieten und nachfragen wollen. Wer also glaubt, dass die Marktwirtschaft dieses beste System ist, der kommt nicht an der Frage vorbei, warum wir bei der wichtigsten Wohlstandsvoraussetzung, der Bildung, den Wettbewerb ausgeschlossen haben. Warum hat der Staat noch immer weitgehend das Monopol auf Bildung inne? Warum werden Schulen und Universitäten vor allem vom Staat betrieben?

Nirgendwo liegt größeres Wachstums-, Glücks- und Selbstverwirklichungspotenzial als darin, die Frage nach der richtigen Bildung den Wettbewerb entscheiden zu lassen. Indem die Menschen selbst wählen, wie sie/ihre Kinder gebildet werden. Wir benötigen Strukturen, in denen der Staat höchstens die Bildungsstandards vorgibt, die es zu erreichen gilt. Wo das “Wie” der Zielerreichung privaten Institutionen überlassen wird.

Die Frage nach der richtigen Bildung kennt tausend Antworten. Menschen sind Individuen. Tragen wir den Unterschieden mit unterschiedlichen Wegen des Lernens Rechnung!

Wie viel Wohlstand haben wir vergeudet, wie viele Menschen in Schulen zu Mitläufern gemacht, weil jährlich auf Ministerialebene Schulreformen diskutiert werden. Jährlich neue. Oder jährlich alte. Auf einer Ebene, wo viele Interessen aufeinander prallen, jene der Schüler aber nur eine von vielen ist, anstatt die einzig relevante.

Die Schule, wie wir alle sie kennen, ist ein Relikt vergangener Zeiten. Wie alle Institutionen hat sie großes Beharrungsvermögen. Sie darf nicht bleiben wie sie ist. Unserer Kinder wegen.


Prof. Steven Davies denkt ähnlich:

Learn Liberty über dieses Video:

Did high school ever feel somewhat like a prison? Did it ever feel like being in a machine that had its own purposes and goals separate from yours? This feeling is not uncommon, and an examination of the development of the school explains why. Rather than being a tool to educate, the school as we know it today started as a way to produce obedient and loyal subjects, soldiers, and workers. It was never intended to develop the mind in any meaningful way. Education and schooling are often conflated, but there are many important distinctions between the two. Prof. Steven Davies argues that schools are not suited for educating and it is high time we move away from the idea of the school as the only option for delivering education.

Siehe auch Pixelökonom-Post: Das Schuljahr ist zu Ende – ein guter Zeitpunkt zu fragen, wie wir Menschen bilden wollen

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4 Kommentare zu „Think big! An was die Debatte um die bessere Schule krankt

  1. „Ist der Staat der richtige Bildungsträger? Oder zumindest das gefragt: Warum ist er der Einzige?“

    Es gibt ja bereits Sportinternate, Waldorfschulen, Montessori-Schulen, Sonderschulen, Ganztagesschulen, Schulen für Hochbegabte usw.

    Die Eltern sind eher gefragt, die sich kaum mit ihrem Nachwuchs beschäftigen und das Kind lieber vor dem Fernseher, der Playstation oder dem Internet parken.

    Precht hetzt zwar gegen das jetzige Schulsystem ist aber gerade durch dieses ein Bestseller – Autor geworden. Seltsam, nicht?

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