Wird durch den Rundfunkbeitrag das Fernsehprogramm schlechter?

Wie wird sich der neue Rundfunkbeitrag auf das Fernsehprogramm von ARD und ZDF auswirken? Es wird schlechter werden, argumentiert Leander Steinkopf stimmig im Feuilleton der FAZ. Weil man sich nun überhaupt nicht mehr um die (zahlungsfähige) Gunst der Zuschauer kümmern muss.

„Mit dem vergangenen Gebührenmodell hatten die Öffentlich-Rechtlichen noch einen monetären Anreiz, sich um die abgerissene Generation zu bemühen, sie vom Programm zu überzeugen, um so aus Nichtsehern Gebührenzahler zu machen. Dieser monetäre Anreiz fällt nun weg, da eine Pauschalsteuer auf Wohnungstüren erhoben wird. Es spricht also alles dafür, dass die Kundenzufriedenheit noch egaler und also das Programm noch unwichtiger wird, weil der letzte Wettbewerbsmechanismus einfach abgeschaltet wurde. Die Öffentlich-Rechtlichen machen sich völlig unabhängig, selbst von den Zuschauern.“

Der neue Rundfunkbeitrag hat aber noch einen zweiten Effekt: Der Protest wird zunehmen. Bis vergangenes Jahr gab es die Möglichkeit, um die Bezahlung an die GEZ herumzukommen. Das haben viele gemacht. Und unter den Nicht-Zahlern waren vermutlich viele Nicht-Seher.

„Gerade die jungen Menschen unter diesen Schwarzsehern sind in Wirklichkeit Nichtseher, und nicht wenige von ihnen sehen das Nichtzahlen für das Nichtsehen als gerechtfertigten stillen Protest gegen ein Medium, das sie nicht betrifft. Manchmal schauen sie sich eine Arte-Dokumentation auf Youtube an, Nostalgiker treffen sich sonntags in der Kneipe zum „Tatort“-Gucken, wenn überhaupt schauen sie ARD und ZDF nur mit ironischer Distanz.“

Die Möglichkeit, dass Nicht-Seher auch Nicht-Zahler sind, gibt es mit der neuen Zahlmethode nicht mehr. Wenn kein GEZ-Mann mehr an der Türe klingelt, kann man ihn auch nicht abweisen. Jetzt werden Gebührenbescheide zugestellt, falls man diese ignoriert, folgen Mahnungen. Spätestens dann könnte der Protest zunehmen, so Steinkopf: „Ohne Fluchtmöglichkeit aus der Gebührenpflicht könnten die Menschen auf die Straße gehen.“

Der Rundfunkbeitrag bringt für die Öffentlich-Rechtlichen also vielleicht nur auf den ersten Blick mehr Sicherheit. Nochmals Leander Steinkopf:

„Der Rundfunkbeitrag ist eine „Kurtaxe“ (Kirchhof), die den Verantwortlichen der Öffentlich-Rechtlichen auch die Erholung rauben könnte.“

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