Staat verringert Ungleichheit

„Mehr Gerechtigkeit“ – Die Wahlkampfsprüche der meisten Parteien werden in 2013 eine Variation dieser zwei Wörter sein. Vermeintliche und tatsächliche Ungerechtigkeiten werden ganz sicher den Bundestagswahlkampf bestimmen. Und die Einkommensverteilung wird im Mittelpunkt der Diskussion stehen.

Der Würzbuger VWL-Professor Norbert Berthold hat auf dem von ihm initiierten Mehrautorenblog „Wirtschaftliche Freiheit“ die Serie „Ungleichheit heute“ gestartet.

In der ersten Folge schaut er sich die Einkommensverteilung in unterschiedlichen Ländern an. Interessant für Deutschland: Zwar sind die Markteinkommen in den vergangenen Jahrzehnten auseinander gegangen („Deutschland machte in der Mitte der 80er Jahre den größten Sprung in die Ungleichheit.“) . Aber schaut man sich die Einkommen, nach der Umverteilung durch den Staat an (nach Steuern und Transfers), dann bleibt von der steigenden Ungleichheit nicht mehr viel übrig.

Deutschland verringert die relativ hohe Ungleichheit der Markteinkommen über den ganzen Zeitraum spürbar. Und bis zur Jahrtausendwende erhöhte sich die Ungleichheit kaum. Erst danach kam es zu einem leichten Anstieg.

Freilich wird das keine Partei davon abhalten, im Wahlkampf nach „mehr Gerechtigkeit durch mehr Umverteilung“ zu rufen.

Anders sieht es übrigens in den USA aus:

Alle untersuchten Länder versuchen über Steuern und Transfers die Ungleichheit zu verringern. Das gelingt auch überall, allerdings in ganz unterschiedlichem Maße. Am wenigsten ändert sich in den USA. Nach wie vor ist dort die Ungleichheit auch nach Umverteilung sehr ausgeprägt. Im neuen Jahrtausend ist es in den USA kaum noch gelungen, die hohe Ungleichheit der Markteinkommen nachhaltig zu verringern. Unter den untersuchten Ländern sind die USA nach wie vor das „ungleichste“ Land. Der Abstand zu den anderen Ländern nimmt weiter zu.

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