Nichts ist so erbärmlich wie die Jugend von heute *

Warum gibt es eigentlich keine politischen Jugendbewegungen mehr? (Oder nehme ich sie nur nicht wahr?) Warum kämpfen nur kleine versprengte Grüppchen gegen den staatlichen Zwang zur Bildung in staatlichen Institutionen? Warum findet es jeder prima, Kindererziehung außer Haus staatlich zu subventionieren? Weshalb übernehmen so viele Jugendliche die Klischeevorstellungen ihrer Eltern, etwa bei Klimaschutz und Energiewende? Wieso entwickeln so wenige junge Menschen eigene neue Vorstellungen von gut und schlecht? Warum ist die Freiheit so wenig attraktiv?

Der liberale Robert Nef hat dazu einen schönen Artikel geschrieben. Unter anderem heißt es da:

Die junge Generation ist derart systemabhängig beziehungsweise sozialstaatsverwöhnt, dass sie die Gründe für viele Einschränkungen der Erwerbsfreiheit und der Lebensgestaltung und für den oft schwierigen Übergang vom Bildungssystem ins Beschäftigungssystem am falschen Ort sucht.

Sie kommt kaum auf die Idee, weniger Staat zu wünschen. Man hat sie im Getto der staatlichen Bildungsinstitutionen und an der finanziellen Nabelschnur der Familie allzu lange von den Eins-zu-eins-Lernprozessen einer marktwirtschaftlichen Ökonomie ferngehalten. Sie will einen besseren und jugendfreundlicheren Staat, mehr Förderung, mehr subventionierte Angebote statt weniger Bevormundung, mehr netto und weniger Zwangssparen für die Umverteilung von Jung zu Alt.

Vielleicht ist es aber schlicht so, wie es schon immer war. Dass Freiheitsthemen für junge Menschen nicht so sexy sind. Zumindest für jene, die ganz grundsätzlich in Freiheit leben. Wer jung ist, der will vielleicht revolutionieren. Die Welt aber rettet sich leichter, wenn man die Menschen zu ihrem Glück zwingen kann – als nur mit Argumenten. Der Liberalismus hat es da schwer. Ein Staat, der sich zurückziehen soll, um die Menschen machen zu lassen. Individuelle Freiheit, welche nur verspricht, dass jeder nach seinen Wünschen glücklich werden kann. Schöner und knapper hat es Theodor Fontane gesagt:

Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat keinen Verstand.

*Der Titel wurde der Provokation und ironischen Übertreibung wegen von meinem Lieblingssänger geklaut.

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