Kann ein Land bankrott gehen?

Der Stabilitätspakt von Maastricht soll die Schulden der EU-Länder begrenzen. Nicht nur, aber vor allem Griechenland, ist von der Einhaltung der im Pakt verankerten Grenzen weit entfernt:

  • Das Haushaltsdefizit eines Jahres darf nicht mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen, bei den Griechen waren es im vergangenen Jahr geschätzte 12,7 Prozent.
  • Die Gesamtschulden eines EU-Landes dürfen laut Stabilitätspakt nicht über 60 Prozent des BIP liegen, 2009 waren es bei den Griechen 113 Prozent.

Jetzt wird darüber spekuliert, ob Griechenland seine Schulden überhaupt wird zurückzahlen können. Die EU-Staaten denken über Kredite an Griechenland nach, obwohl der Maastricht-Vertag solche Hilfen ausdrücklich verbietet.

Was würde passieren, wenn Griechenland pleite ging?

Weniger als man vielleicht denkt. Denn eine Staatsbankrott läuft anders ab als eine Unternehmenspleite. Ein Unternehmen, das dauerhaft seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, verschwindet von der Bildfläche. Ein Staatsbankrott aber ist nicht gleichbedeutend mit einer Staatsvernichtung. Wenn ein Staat seinem Schuldendienst nicht mehr nachkommt, dann passiert erst mal gar nichts. Was sollen die Gläubiger auch tun. Einen Krieg anzetteln?

Hinzu kommt: Im Vergleich zu einem Unternehmen hat der Staat immer Menschen, die „für ihn arbeiten“ und ihn mit Geld in Form von Steuern versorgen. Reicht das nicht, werfen Staaten gerne die Notenpresse an. Sie bezahlen ihre Schulden mit frischem Geld und nehmen die folgende Inflation billigend in Kauf.

Und weil einem Staat nie wirklich das Geld ausgeht, finden sich selbst nach einem Staatsbankrott schnell wieder Bereitwillige, die eine neue Verschuldung des Staates finanzieren, indem sie dessen neue Anleihen kaufen.

Staaten gehen nicht unter, weil sie kein Geld mehr haben. Das wusste bereits Philipp II. Der regierte das spanische Weltreich von 1556 bis 1598. In den 42 Jahren seiner Regierungszeit gab es gerade mal 6 Monate Frieden. 90 Prozent seiner Einnahmen gab er für das Militär aus, weshalb sein Staat gleich viermal bankrott ging (mehr hier). Seiner Macht setzten die Pleiten nie ein Ende. Jedes mal fand er neue Finanziers, die ihm neue Kriege ermöglichten.

3 Kommentare zu „Kann ein Land bankrott gehen?

  1. EURO 2012 – Halbfinale Deutschland-ItalienREVIEW:Die Deutschen verlieren wieder gegen Ihren Angstgegner Italien mit 2:1 und können sich das Finalspiel von zuhause aus ansehen.SpielverlaufIn der 20. Minute dribbelte sich Cassano auf der rechten Seite geschickt gegen Hummels und Boateng durch und flankte den Ball in den Strafraum. Dort stand Balotelli genau richtig und köpfte zum 1:0 für die Italiener ein.Vom gewohnten schnellen Kurzpassspiel der Deutschen war nichts zu sehen und die linke Seite von Podolski war total verwaist.Die Italiener standen kompakt und doppelten in der 36. Minute zum 2:0 nach. Montolivo spielte einen langen Ball über die ganze Deutsche Abwehr hinweg direkt auf Balotelli. Dieser zögerte nicht lange und schoss aus vollem Lauf einen Hammer ins linke Lattenkreuz.Zwar gelang Özil in der 90. Minute durch Elfmeter noch der Anschlusstreffer, aber kurz danach wurde die Partie abgepfiffen.Gründe für die Niederlage:Kritik muss sich nach dieser Niederlage sicherlich auch Bundestrainer Jogi Löw gefallen lassen, da seine verwirrende Anfangsaufstellung mit Kroos als Manndecker für Pirlo, definitiv in die Hose ging. Zwar versuchte er seine Fehler mit den Einwechslungen von Reus und Klose in der zweiten Halbzeit noch zu korrigieren, aber die Deutschen konnten das Spiel gegen stark verteidigende Italiener nicht mehr drehen.Zudem scheint eine alte Tugend der Deutschen, nämlich die mentale Stärke und kämpfen bis zum umfallen, immer mehr zu einer Schwäche zu werden. Zuwenig hatte man in diesem Halbfinale das Gefühl, dass Deutschland unbedingt den Sieg wollte. Ganz im Gegensatz zu den Italienern in deren Gesichtern man schon während des Singens der Nationalhymne den unbändigen Siegeshunger verspürte.Fazit:Aus Deutscher Sicht bleiben nach diesem Spiel gemischte Gefühle zurück. Eine Mannschaft die sich selbst als Titelkandidat Nummer eins erklärt hat, scheidet sang und klanglos gegen eine taktisch und kämpferisch absolut überzeugende italienische Mannschaft aus. Ein unter dem Strich verdienter Sieg der Italiener.Dem Deutschen Spiel fehlte es an Tempo, Kreativität und vor allem der Entschlossenheit zum Sieg. Ein Schweinsteiger zum Beispiel war verletzungsbedingt meilenweit von seiner WM 2010 Form entfernt und hatte das Spiel im Mittelfeld eher verschleppt anstatt es mit Tempo anzuziehen. Podolski war meistens ein Totalausfall und auch ein Thomas Müller, welcher uns mit seinem begeisternden Fussball an der WM 2010 so verzückte, war bei dieser Euro nur ein Schatten seiner selbst.Diese Mannschaft muss sicherlich noch reifen und mit topfiten Leistungsträgern, folgt vielleicht an der WM 2016 der grosse Wurf.

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