Schöner bestatten

In lamettasilber und gipsweiß: Bestatter-Schaufenster in der Torstraße.
In lamettasilber und gipsweiß: Bestatter-Schaufenster in der Torstraße, Berlin.

Eine Vorhang aus Alufolie und ein Engelskopf aus Gips  – so sieht die Auslage des Bestatters Asgard in der Torstraße (Berlin) aus. Auf dem Weg nach Hause lief ich gestern Abend an diesem Schaufenster vorbei, und brachte mich ins Grübeln. Nicht über den Sinn des Lebens, sondern über den Sinn solcher Schaufenster. Warum haben Bestatter die mit Abstand hässlichsten Dekos aller Geschäfte?

Zugegeben: Es könnte etwas mit ihrem „Produkt“ zu tun haben. Särge (und, äh,  Leichen) lassen sich nun mal nicht kauflustfördernd hinter einer Glasscheibe drapieren. Aber ich glaube, es hat noch einen andern, einen rein ökonomischen Grund: Es rechnet sich nicht.

Bestatter haben ihre Läden nicht deshalb an belebten Straßen, weil sie Laufkundschaft  zum Spontankauf überreden wollen. Die Präsenz soll lediglich anzeigen: Schau Kunde, wir sind hier, just in case…. Und wenn dieser Fall eintritt, dann sucht man entweder im Internet nach einem Bestatter oder eben man erinnert sich, dass da um die Ecke einer seinen Laden hat, weil man schon häufig an seinem Schaufenster vorbei gelaufen war. Für eine ansprechende Optik hat man in solchen Fällen eh keinen Blick mehr…

Ist das der Grund, oder kennt jemand andere?

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