Ohne Moos was los

Job verloren? Praktisch pleite? Kein Problem! Zumindest in der digitalen Welt kann man fast ohne Geld überleben.

Es könnte in Deutschland eine halbe Million treffen. So viele Menschen werden nach Schätzung der Bundesregierung im Laufe des Jahres in Folge der Wirtschaftskrise zusätzlich arbeitslos werden. Insgesamt wären es dann 3,5 Millionen.

Wen es trifft, der muss lernen mit weniger auszukommen. Weniger Urlaub, weniger Ausgehen, weniger Luxus. Auch weniger Kommunikation? Weniger Information? Weniger digitales Leben?

Im Internet gibt es vieles umsonst. Musik, Information, Speicherplatz. Was man vor Jahren noch kaufen musste, erhält man heute kostenlos. Eigentlich fast alles, wenn man etwas intensiver sucht. Nur für die Grundausstattung will bezahlt sein: der Computer, der Handy-Vertrag, der Internetzugang. Ersteres ist, seit es die kleinen Minicomputer gibt, ab 200 Euro zu haben, achtet man auf Qualität, ist man ab 400 Euro dabei. Handy-Vertrag und Internet-Flatrate für daheim gibt es jeweils ab rund 20 Euro im Monat. Das ist die Basis. Darunter geht es kaum. Mehr aber braucht es nicht. Hier eine Liste aller wesentlichen Dienste, die man benötigt, um in der digitalen Welt dabei zu sein.

Software für 0 Euro!
Wer den Marktführer kauft, wird arm. Keine Software ist weiter verbreitet als das Standardpaket „Office“ von Microsoft mit Textverarbeitung (Word), Tabellenkalkulation (Excel) und Präsentation (Powerpoint). Wer es kauft zahlt 549 Euro. Fast genauso umfangreich aber ist zum Beispiel Open Office, Kostenpunkt hier: 0 Euro. Nicht nur für Standard-Anwendungen gibt es mittlerweile Freeware-Alternativen. Täglich kommen neue kostenlose Programme auf den Markt, für fast sämtliche Anwendungen. Wer hier auf dem Laufenden bleiben will, der kann das prima bei heise.de tun. Außerdem: Der Trend geht weg vom Download der Software auf den eigenen Rechner, hin zur Webapplikation, bei der man über den Internet-Browser die Anwendung bedient, wofür diese nicht auf den Computer geladen werden muss. Der große Vorteil: Flexibilität. Die Anwendung kann von jedem Computer mit Internetzugang verwendet werden.

Mein Favorit: Google Docs. Ersetzt Word, Excel und Powerpoint, zumindest dessen Grundfunktionen. Dass es nur die Basics des großen Bruders von Microsoft hat, bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Google Docs ist leicht zu verstehen. Außerdem taugt es hervorragend, wenn mehrere Personen an einem Dokument arbeiten wollen. Die Share-Funktion ist simple und zuverlässig.

Musik soweit der Klick reicht!
Langsam wird es schwierig, die Übersicht über alle Musikanbieter zu behalten. Deezer, Spotify, Simfy heißen drei von vielen Angeboten, die dem Platzhirsch last.fm Konkurrenz machen. Im Grunde gibt es zwei unterschiedliche Modelle. Bei Angeboten wie last.fm hört man Musik nach Stilen. Man kann dort keine Songs explizit auswählen und abspielen, sondern nur Musikrichtungen bestimmen. Bei anderen Angeboten wie Simfy, lädt man dagegen seine eigene Musik ins Netz und teilt sie so mit ausgewählten Freunden.

Mein Favorit: laut.fm aus Konstanz. Das Konzept besteht aus einer Mischung der beiden oben genannten Varianten. Nutzer können kostenlos einen individuellen Radiostream erstellen und im Netz verbreiten. Die verwendeten Tracks kommen dabei sowohl aus dem Musikkatalog von laut.fm als auch von der Festplatte des Anwenders. Nicht zu vergessen: Natürlich gibt es auch das gute alte Radio im Internet. Alle Sender, alle Streams, alle Infos zu den Sendungen findet man gut aufbereitet bei radio-today.


Fernsehen ohne Fernseher!

Fast jeder Fernsehsender bietet mittlerweile Teile seines Fernsehprogramms in so genannten Mediatheken an. Fernsehen on Demand sozusagen. Die Auswahl aber ist meist sehr überschaubar. Besser ist dran, wer einem Computer inklusive DVBT-Empfänger hat. Der macht den Computer zum Fernseher. Ansonsten braucht es einen externen DVBT-Empfänger, der über USB angeschlossen wird. Kosten: ab 30 Euro .

Mein Favorit: Zattoo. Mit diesem kostenlosen Programm kann man Fernsehen über das Internet schauen. Alle öffentlich-rechtlichen Sender sind hier vertreten, inklusive seiner Spartenprogramme wie ZDF-dokukanal, Arte oder 3sat. Die Qualität von Bild und Ton ist mittlerweile akzeptabel. Allerdings: Von der GEZ ist man nicht befreit, wenn man über das Internet fern sieht.

Bleibe in Kontakt!
Wer-kennt-wen, StudiVZ, Facebook – Nie war es einfacher, mit seinen Freunden rund um den Globus in Kontakt zu bleiben. Für umme. Sämtliche Community-Portale verlangen, zumindest in ihrer Basisvariante, kein Geld. Das Gleiche gilt für alle anderen Kommunikationsformen im Internet. E-Mailen, Chatten, Telefonieren – für nichts muss heute noch bezahlt werden.

Meine Favoriten: Skype fürs Chatten und Telefonieren (auch Videotelefonie!); weil die Sprach- und Bildqualität akzeptabel und die Verbreitung der Software groß ist (letzteres ist entscheidend, denn der Gesprächspartner muss die gleiche Software verwenden). Facebook für den stetigen Austausch mit Freunden; weil es die meisten Funktionen bietet, zum Beispiel: Videos, die man bei Youtube favorisiert, werden automatisch im eigenen Facebook-Profil angezeigt. Nette Kleinigkeiten eben.

Sag Deine Meinung!
Jeder kann heute sein eigener Verleger sein. In Deutschland betreiben laut der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse 8,4 Prozent der Internetnutzer ein eigenes Blog. Es braucht keine 20 Minuten, um ein solches Blog anzulegen. Das kostet bei den meisten Bloganbietern nichts. Nur wer zum Beispiel besonders viel Speicherplatz benötigt, muss extra zahlen.

Meine Favoriten: Der Marktführer WordPress, sowie das 2003 von Google übernommene Unternehmen Blogger. Bei beiden Anwendungen braucht man keine Programmierkenntnisse, kann unter einer Vielzahl von Layouts wählen und hat dank der Übersichtlichkeit der Anwendungen schnell seinen ersten Text online stehen.

Organisiere und speichere Dein Leben!
Es ist ein Glaubenskrieg. Die einen schwören auf Papier und schreiben deshalb alle ihre Notizen, Termine, Aufgaben auf Blöcke oder in Büchlein. Die anderen organisieren ihre Leben mit Hilfe des Netzes. Beides kostet wenig bis gar nichts.

Meine Favoriten: toodledo und zenbe. Letztere Anwendung hat zudem eine komfortable Kalender- sowie E-Mail-Verwaltungsfunktion und speichert außerdem Dateien.

Apropos „Dateien speichern“: Nichts ist wichtiger als regelmäßig seine Daten zu sichern. Man kann das als Backup auf einer externen Festplatte tun oder über das Internet. Einfacher als Dropbox bietet das zur Zeit keiner an. Lädt man die Anwendung auf seinen Rechner, installiert sich automatisch ein Ordner. Alles was man in diesen Ordner legt, wird zum einen auf dem eigenen Rechner, zum anderen über das Internet auf einem Dropbox-Server gespeichert. Zudem ist es ein Kinderspiel, Dropbox-Ordner zu „sharen“, also die Dateien darin auch mit anderen zu teilen. Bis zu einer Datenmenge von 3 GB zahlt man dafür nichts.

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