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Per Internet zu spenden erfreut sich zunehmender Beliebtheit – Unterstützung findet, was gefällt

Wikipedia hat die vier Millionen fast voll. Auf der Startseite wirbt das Online-Lexikon seit einigen Wochen um Spenden. Bis zum Mittwoch kamen 3.766.551 Dollar zusammen. Am Ende der Spendenaktion sollen es sechs Millionen sein. Das Geld wird für den Betrieb und die Verwaltung von Wikipedia benötigt.

Einmal im Jahr bitten die Macher der freien Enzyklopädie um Geld. Und jedes Jahr folgen mehr Menschen dieser Bitte. „Der Anteil, der über das Internet geleisteten Spenden, ist noch gering, wächst aber stetig“, sagt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, kurz DZI. Das vergibt das so genannte Spendensiegel, ein Gütezeichen, welches gemeinnützigen Organisationen verliehen wird, die mit anvertrauten Spenden seriös umgehen.

Vor allem für kleine Organisationen bietet das Internet neue Chancen. „Auf Grund des geringen finanziellen Aufwands ist die Hürde zu einem Auftritt im Internet auch für kleinere Hilfswerke niedrig“, so das DZI. Doch die größere Veränderung spielt sich auf der anderen Seite ab: beim Spender. Denn das Internet ermöglicht eine Form der Unterstützung, die nur auf den ersten Blick wenig bringt: Micro-Spenden, also das Geben von Kleinstbeträgen. 50 Cent, ein oder zwei Euro; Geldbeträge, die keinem weh tun. Geben aber viele wenig, bekommt der Spendenbitter am Ende eben doch viel. Die Summe macht’s. Und die wächst auch deswegen, weil die Bereitschaft grundsätzlich zunimmt, Geldtransaktionen im Internet abzuwickeln.

Mittlerweile gibt es im Internet Anbieter, die sich nur um das Einsammeln und Verteilen von Spenden kümmern. Tipit.to ist ein solcher. Drei dänische Stundenten haben die Website programmiert. Dort kann jeder an jeden spenden. Man muss sich lediglich registrieren. Schon ab 50 Cent ist man bei Tipit.to als Spender willkommen.

Auch das Community-Portal Facebook bietet die Möglichkeit, Geld zu sammeln – und zu geben. Jeder kann das tun. Man muss dort lediglich einen so genannten „Cause“ (gute Sache) eintragen. Und das wird auch reichlich getan. Für die Erhaltung von Kunstprojekten, die Finanzierung politischer Kampagnen oder die Unterstützung von Forschungsprojekten. Allein in der Rubrik „Umwelt“ werben über 8000 Gruppen für ihr Anliegen. Nicht alle ernsthaft, dennoch nicht ohne Erfolg. Selbst die Kampagne „Save water, drink beer“ hat es auf 45 US-Dollar gebracht.

Lässt man den Witz beiseite, zeigen die Beispiele: Im Internet wird nicht nur für die großen Weltprobleme wie Hunger oder Klimakatastrophen gespendet. Unterstützt wird, was man selbst für gut findet: Die Musikband, die ohne Spritgeld nicht zum nächsten Auftrittsort kommen würde; ein aufrüttelnder Artikel, der von einem investigativen Journalisten geschrieben wird; ein Kunstvideo, das auf Youtube zu sehen ist. Durch die geringen Summen und die einfache Bezahlweise kann im Internet jeder zum Mäzen werden, zumindest zum Mäzenchen. Die nächste Unterstützung ist nur einen Klick entfernt. Selbst wer sein Geld an der Börse angelegt hat, wird in die Lage gebracht, damit noch ein gutes Werk zu vollbringen. Zumindest bei Wikipedia. Denn beim Onlinelexikon kann man nicht nur Geld spenden, sondern auch Aktien. Die Depotnummer lautet: FER137812.

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