Wohlstand durch Aufwertung: Warum ein Euro-Austritt für Deutschland sinnvoll sein könnte
Veröffentlicht: 21. Mai 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Aufwertung, DM, Euro, Terms of Trade, Währung 1 Kommentar »Wäre es schlecht, wenn Deutschland zur DM zurückkehren würde, fragt Professor Ulrich van Suntum in seinem neuesten Video aus der Reihe “vwl-online“. Im Zentrum steht der so genannte Terms-of-Trade-Effekt, den “leider auch manchmal meine Kollegen vergessen”, so van Suntum.
Ergebnis von van Suntums 13-minütiger On-Demand-Vorlesung: Eine Aufwertung einer neuen nationalen Währung gegenüber dem Euro müsste keine negativen Effekte auf den deutschen Arbeitsmarkt haben. Vor allem: Der Wohlstand insgesamt würde steigen.
“Nehmen wir mal an, meine Kappe kostet in Italien 5 Euro…” – The stage is yours, Herr van Suntum….
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Klingt nur gut: Warum Netzneutralität keinem hilft
Veröffentlicht: 25. April 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Internet, Netzneutralität, Telekom 12 Kommentare »Der Begriff “Netzneutralität” ist mehrheitsfähig. Schließlich soll das Netz nicht parteiisch und beeinflussend sein. Also kämpft die Politik an der Seite der Mehrheit für Netzneutralität.
Der Mehrheit schließe ich mich nicht an:
Doch was gut klingt, ist nur gut gemeint. Die so verstandene Netzneutralität behindert nämlich den Fortschritt. Genauer gesagt, macht der Fortschritt eine Anpassung an das System Internet notwendig. Für die verschiedenen Dienste, die im Internet angeboten werden, ist die Geschwindigkeit der Datenpakete nämlich unterschiedlich wichtig. Der Download einer PDF-Datei ist in der Regel weniger zeitkritisch als die Echtzeitkommunikation bei einer lebensbedrohlichen Operation, bei der nicht alle Ärzte real anwesend sein können, manche über das Internet zugeschaltet werden. Oder: Die Auswirkungen eines wenige Zehntelsekunden verzögerten E-Mail-Versands sind zu vernachlässigen, die gleichen Verzögerungen bei der Internet-Telefonie führen dazu, dass die Stimmen unnatürlich verzerrt klingen. – (Pixelökonom-Post vom 8. Juni 2011: Warum die Abkehr von der Netzneutralität die Qualität des Internets verbessern würde)
Zwei weitere Posts contra Netzneutralität.
Ein Beitrag von Steffen Hentrich auf dem Blog des Liberalen Instituts der FDP-nahen Friedrich Naumann-Stiftung (wenn auch ein Post mit zu viel SPD-Bashing):
Wenn Preisdifferenzierung nicht möglich ist und jeder dasselbe für eine Flatrate gleicher Geschwindigkeit zahlt, dann stauen sich irgendwann die Daten und jeder muss tiefer in die Tasche greifen, egal, ob er das Internet nun zum gelegentlichen Surfen oder zur Dauerübertragung riesiger Datenmengen nutzt. Netzneutralität ist weder gerecht noch sie etwas mit der Freiheit und Innovationsfähigkeit des Internets zu tun.
Ebenfalls lesenswert: Professor Justus Haucap auf dem INSM-Ökonomenblog.
Die Idee, dass der Staat alle Anbieter zu einem möglichst gleichförmigen Angebot mit möglichst gleichen Tarifen zwingen soll, ist furchterregend. Ebenso ist es die Haltung, dass es einem selbst zu mühselig ist, den Anbieter zu wechseln, und daher der Staat den Anbieter zwingen soll, das zu produzieren, was ich gern hätte, ohne dass ich dafür auch nur mit dem Zeh wackeln muss. Der Wettbewerb lebt davon, dass Kunden ihren Anbieter wechseln, wenn er ihnen nicht gefällt. Nur das diszipliniert die Anbieter letzten Endes.
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Einkommensspreizung ein Wahlkampfthema? Ja, aber nur aus Angst!
Veröffentlicht: 11. April 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Einkommen, Lohnentwicklung Schreibe einen Kommentar »Die Lohnentwicklung in Deutschland geht seit Mitte der 90er Jahre auseinander. Höhere Einkommen werden höher, niedrige niedriger. In den unteren Lohngruppen “ist die Wachstumsrate seit Mitte der 90er Jahre negativ, oben positiv”, schreibt Professor Norbert Berthold auf dem Blog “Wirtschaftliche Freiheit”.
Die Entwicklung in Deutschland unterscheidet sich demnach wenig von der in anderen reichen Ländern der Welt.
Bei der Verteilung der Einkommen ist weltweit nichts mehr wie es einmal war. International nähern sich die Einkommen an. Die ärmeren Länder holen auf, die Welt wird gleicher. Dieser weltweit konvergente Prozess ist national nicht zu beobachten. Die Einkommen entwickeln sich auseinander, die Nationen werden ungleicher.
So weit, so bekannt. Auch die Ursachen sind weitgehend identifiziert: Globalisierung und technischer Fortschritt.
Technischer Fortschritt und Globalisierung sind wichtige Treiber der Ungleichheit. Eine spezifische Art von technischem Fortschritt – „skill biased” – erhöht die Nachfrage nach qualifizierter Arbeit. Gleichzeitig bindet die Globalisierung weniger entwickelte Länder stärker in die internationale Arbeitsteilung ein. In reichen Ländern sinkt die Nachfrage nach einfacher Arbeit. Dort werden Reiche reicher und Arme ärmer. Diese Entwicklung ist allerdings nicht überall so eingetreten. In einigen Ländern stieg die Nachfrage nach qualifizierter und wenig qualifizierter Arbeit, während die Nachfrage nach „mittleren“ Qualifikationen zurückging.
Spannend im Post von Norbert Berthold ist die Frage, inwieweit die Mittelschicht von der Entwicklung betroffen ist.
Allerdings ist das Thema politisch erst interessant, wenn die wählerwirksame Mittelschicht verteilungspolitisch ins Trudeln gerät. Das scheint nun auch in Deutschland der Fall zu sein. Jedenfalls äußert die Mittelschicht in Umfragen regelmäßig ihre Angst, wirtschaftlich abzustürzen.
Tatsächlich deckt sich das persönliche Empfinden der deutschen Mittelschicht nicht mit der Realität. Berthold kommt zu dem Schluss, dass ein “Abstürzen” der Mittelschicht in Deutschland nicht belegbar ist.
Die Entwicklung der Lohnverteilung gibt keine Anhaltspunkte, dass die Mittelschicht ins Trudeln gerät. Von einer Polarisierung der Löhne ist (noch) nichts zu sehen. … Damit sind die Ergebnisse hierzulande andere als etwa in der Schweiz, wo die Löhne oben und unten stärker steigen als in der „Mitte“.
Und was kann man gegen die Lohnspreizung tun? Aufstiege ermöglichen. Durch bessere Bildungsangebote für alle und einen Arbeitsmarkt, der Mehr-Arbeit und höhere Einkommen attraktiv macht. Darin liegt, ohne Zweifel, eine der großen Herausforderungen Deutschlands.
Nochmals Norbert Berthold:
Die beste Antwort auf diese Herausforderungen ist eine intakte soziale Mobilität. Es spricht allerdings vieles dafür, dass gerade auf diesem Felde in Deutschland einiges im Argen liegt.
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Moral und Marktwirtschaft: Die M&M-Frage
Veröffentlicht: 4. April 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Marktwirtschaft, Südkurier, Wirtschaftsethik Schreibe einen Kommentar »Weil auch fast 15 Jahre nach dem Ende der DDR die Landschaften nur stellenweise blühen, haben nicht wenige Menschen in den neuen Bundesländern den Glauben an die Marktwirtschaft verloren. Weil es immer schwieriger wird, in traditionellen Sport- und Kulturvereinen Ehrenämter zu besetzen, sprechen viele vom Zeitalter des Egoismus. Weil rund um den Globus Top-Manager vor Gericht stehen und sich der Ex-Bundesbankpräsident Ernst Welteke von einer privaten Bank hat aushalten lassen, wird der Verfall der Moral angeprangert. – Die Marktwirtschaft ist legitimationsbedürftig geworden. Auch wenn die meisten Menschen in relativem Wohlstand leben.
Der Schweizer Ökonom Bruno Frey hat herausgefunden, dass – obwohl in den westlichen Industriestaaten das Pro-Kopf-Einkommen seit den fünfziger Jahren stetig stieg – die persönliche Zufriedenheit der Menschen konstant geblieben oder sogar gesunken ist. Macht der Kapitalismus die Menschen unmoralisch, egoistisch und unglücklich?
Keine Frage, dass sich nur eine Minderheit den Sozialismus (in welcher Ausprägung auch immer) zurück wünscht. Aber die meisten sehen im Kapitalismus nicht die beste aller Welten, sondern lediglich das kleinere Übel. Dabei ist der Kern des Kapitalismus fast schon ein Heilsversprechen. Er besteht nämlich darin, dass dem Menschen die Freiheit gegeben wird, das anzubieten, was er möchte, und das zu kaufen, was er will. Das bedeutet kein Leben im Schlaraffenland. Denn die Freiheit unterliegt Beschränkungen: Wer Produkte verkaufen will, muss bestimmte Fertigkeiten besitzen (etwa bei der Herstellung oder dem Handel), und wer Dinge haben möchte, braucht dazu das nötige Kleingeld. Und doch ist der Grundgedanke des Kapitalismus die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben.
In der Praxis führt diese Freiheit zu jenem Wettbewerb, der von den einen gelobt wird, weil er den Wohlstand gebracht hat, während die anderen ihn verteufeln, da er unmoralisches Verhalten und Egoismus fördere. Aber stimmt das?
Ein Beispiel: In einem kleinen Dorf gab es bisher nur einen Bäcker. Nach der Einführung der Marktwirtschaft entschließt sich ein Dorfbewohner, ebenfalls eine Bäckerei zu eröffnen. Was ändert sich? Zweifellos wird sich der bisherige Monopolbäcker schlechter stellen. Er muss nämlich aufpassen, seine Kundschaft nicht an den Neueinsteiger zu verlieren. Beide werden um die potenziellen Kunden kämpfen müssen. Und beide haben dazu zwei Möglichkeiten: Sie müssen billiger und/ oder besser sein als ihr Konkurrent. Ohne Frage wird sich das Angebot an Brot, Brötchen und Gebäck vergrößern und gleichzeitig werden die Preise fallen.
Fazit Nummer eins: Wettbewerb führt zu mehr Wohlstand.
Aber was ist mit der Moral? Lässt ein harter Wettbewerb zwischen den beiden Bäckern nicht die Sitten verfallen? Keineswegs. Im Gegenteil. Als der alteingesessene Bäcker noch die Monopolstellung inne hatte, war für ihn der Anreiz groß, sich unmoralisch zu verhalten. Um Geld zu sparen, konnte er kleinere Brötchen backen. Und um mehr Freizeit zu haben, hat er möglicherweise die Öffnungszeiten verkürzt und das Warensortiment klein gehalten. Er musste lediglich aufpassen, dass sein Angebot nicht so schlecht und teuer wurde, dass die Dorfbewohner es vorzogen, ihr Brot selbst zu backen. In der Summe aber bestand der Anreiz, zum Nachteil der Dorfbewohner (höhere Preise, schlechteres Angebot) den eigenen Wohlstand (mehr Geld und Freizeit) zu vergrößern.
In einer Wettbewerbssituation wird aus dem Bäcker kein besserer Mensch. Er kann sich aber sein unmoralisches Verhalten schlicht nicht mehr erlauben, weil die Kundschaft sonst zur Konkurrenz wechselt.
Fazit Nummer zwei: Im Kapitalismus sind die Menschen nicht moralischer, aber ein funktionierendes System belohnt jene, die anderen Gutes tun – ein entscheidendes Argument für den Kapitalismus. Denn die Erfahrung lehrt, dass nur jene Gesellschaftsformen auf Dauer Bestand haben, die nicht ständig moralisches Verhalten einfordern.
Wettbewerb, so sagt der Wirtschaftsethiker Karl Homann, ist solidarischer als Teilen. Und überall dort, wo es an Wettbewerb mangelt und Märkte abgeschottet werden, sind Stagnation und Verschwörung an der Tagesordnung.
Das gilt im kleinen Dorf mit nur einer Bäckerei genauso wie im ganzen Land. Etwa, wenn auf dem deutschen Arbeitsmarkt das Tarifkartell von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden das Millionenheer von Arbeitslosen mitverursacht. Während eine Auflösung des Kartells die Arbeitsplatzbesitzer zur Solidarität mit den Arbeitslosen zwingen würde.
Walter Eucken, der Mitbegründer der Sozialen Marktwirtschaft, hat einmal geschrieben, dass die Gesamtordnung so sein soll, dass sie den Menschen das Leben nach ethischen Prinzipien ermöglicht. Eine funktionierende Marktwirtschaft offeriert diese Möglichkeit. Umsetzen muss sie jeder selbst.
Dieser Artikel ist am 17. April 2004 im Südkurier erschienen. Der Leitartikel wurde 2005 mit dem Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet. Auf diesem Blog werden in unregelmäßigen Abständen eine Auswahl an Artikeln aus meiner Zeit beim Südkurier (1999 bis 2007), die bisher nur in Print vorliegen, veröffentlicht.
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Ökonomik als Haiku
Veröffentlicht: 4. April 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Art Carden, Haiku Schreibe einen Kommentar »Art Carden, Assistant Professor of Economics an der Samford University in Birmingham (Alabama, USA), hat Urlaub auf Hokkaido – der zweitgrößten Insel Japans – gemacht und dort die kürzeste Gedichtform der Welt gelernt. Es hat sich gelohnt.
“He displays his mastery of Japanese Literati technique, which he learned during a family vacation to Hokkaido. … Carden’s brief hiatus from iconography allowed Learn Liberty to capture this timeless, furtive wisdom, given for our benefit in haiku. ” - Learn Liberty über Art Carden auf Youtube
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Doppelte Zwangsabgabe: Warum die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (mindestens) reformiert gehört
Veröffentlicht: 23. März 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: öffentlich-rechtlicher Rundfuk, Haushaltsabgabe, Karl-Bräuer-Institut 2 Kommentare »Karolin Herrmann vom Karl-Bräuer-Institut des Bundes der Steuerzahler hat eine Studie zur seit diesem Jahr gültigen Haushaltsabgabe zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erstellt. Sie wirft darin eine besonders kritische Frage der Zwangsabgabe auf. Nämlich, warum Millionen Deutsche doppelt zahlen: einmal über die Privatwohnung und einmal über den Arbeitgeber am Arbeitsplatz:
Grundsätzlich fragwürdig ist die Beitragspflicht für Arbeitgeber vor allem deshalb, weil alle Beschäftigten und Kunden im Regelfall bereits in ihrer Eigenschaft als Privatpersonen beitragspflichtig sind. Eine doppelte Bezahlung für den Rundfunkkonsum ist daher kritisch zu sehen.
Das Argument, dass die Gebühr ja nicht die gleiche Person treffe, weil am Arbeitsplatz der Arbeitgeber zahlt, zieht nur bedingt, wie in der Studie treffend gesagt wird:
An dieser Stelle muss zudem berücksichtigt werden, dass die die Lohnnebenkosten erhöhenden Rundfunkbeiträge auf die Kunden überwälzt werden oder die Beschäftigten treffen können, weil sie die Spielräume einer möglichen Lohnerhöhung schmälern.
Das Karl-Bräuer-Institut plädiert deshalb für Nachbesserungen, in Form einer Beitragsbefreiung für den Unternehmenssektor. Außerdem müssten für jene privaten Haushalte eine Opt-Out-Regelung geschaffen werden, die ohne Rundfunkgerät sind, bzw. eine Beitragsreduzierung für die Haushalte, in denen nur ein Radio und/oder ein „neuartiges Rundfunkgerät“ vorhanden ist. Zweit-, Neben- und privat genutzte Ferienwohnungen sollten folgerichtig ebenfalls von der Beitragspflicht ausgenommen werden.
I agree.
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Braucht geistiges Eigentum staatlichen Schutz?
Veröffentlicht: 20. März 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Geistiges Eigentum, Piratenpartei Schreibe einen Kommentar »Was ist der richtige Umgang mit geistigem Eigentum? Soll der Staat es schützen? Wenn Ja, für wie lange?
Der Historiker Dr. Stephen Davis, Education director am Institute of Economic Affairs in London, tendiert zu der Ansicht, dass geistiges Eigentum keinen besonderen Schutz brauche. Weil ein solches Gesetz in die Nutzungerechte der Individuen eingreife und weil die Begründung für den staatlichen Schutz, nämlich dass dadurch Innovation erst möglich werde, nur bedingt richtig sei.
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Mit Baseball-Kappe gegen den Mindestlohn
Veröffentlicht: 12. März 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Arbeitsmarkt, Mindestlohn, Ulrich van Suntum 2 Kommentare »Ein Wirtschaftsprof mit Baseball-Kappe, der sich am Feierabend hinsetzt, um ein Youtube-Video zu produzieren. Ein Video, das simpel erstellt ist, dass aber alles hat, was es braucht. Ein Protagonist, der die Materie versteht und die Fähigkeit hat, Kompliziertes verständlich zu erklären. In dem Fall, den Mindestlohn, genauer gesagt, die Folgen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, für den mittlerweile fast alle Parteien (die FDP überlegt noch) sind. The stage is yours, Mr. Lieblinssprof und ehemaliger Taxifahrer….
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Was sind Externalitäten? Eine Antwort am Beispiel einer Tüte Kartoffelchips
Veröffentlicht: 26. Februar 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Externalitäten, Learn Liberty, positive externe Effekte Schreibe einen Kommentar »Sollen Kulturangebote vom Staat finanziert werden? – Ich bereite einen kleinen Vortrag zum Thema “Kultur und Ökonomie” vor, den ich am Montag in Würzburg halten darf. Und wenig verwunderlich landet man als Ökonom bei der Beantwortung dieser Frage beim Stichwort “Externalitäten”.
Um den Vortrag zu veranschaulichen, habe ich mich dort hingeklickt, wo ich in der Regel zuerst suche, wenn ich gute Videobeiträge zu ökonomischen Themen benötige, nämlich zu Learn Liberty. Und ich wurde fündig.
Michael Munger erklärt in folgendem Video (negative) Externalitäten am Beispiel einer Tüte Kartoffelchips. Sehr verständlich. Das Video passt zwar nicht ideal zu meinem kleinen Vortrag (weil es ja bei Kulturgütern in der Regel um positive externe Effekte geht), ich bin mir ziemlich sicher, ich werde das Munger-Video dennoch zeigen.
Wie das Video, so ist auch die schriftliche Erklärung zum Video bildhaft und einleuchtend:
If Art sells potato chips to Betty, both Art and Betty are happy with the transaction. Betty has chips, and Art has been paid for them. If Betty eats her chips loudly and it irritates Carl, then Carl bears a cost because of Art and Betty’s transaction. Carl didn’t have anything to do with the sale of the chips, but now he has to listen to them crunching. The cost Carl bears is called an externality. It is a cost that affects someone outside of the transaction. Prof. Michael Munger explains how externalities can arise and some options for resolving them.
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Welche Folgen hätte ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland?
Veröffentlicht: 7. Februar 2013 Einsortiert unter: Wissen | Tags: Arbeit, Mindestlohn 1 Kommentar »Der Mensch muss von seiner Hände Arbeit leben können. Was für eine zustimmungsfähige Forderung! Was für ein Fehler, den nahe liegendsten aller Rückschlüsse zu ziehen, nämlich ein Gesetz zu fordern, das eine untere Lohngrenze definiert, also einen gesetzlichen Mindestlohn.
Ein solches Gesetz würde ein kleines und ein großes Problem verursachen:
- Das kleine: Das Gesetz wäre nicht zielgenau. Bei einem Mindestlohn von, sagen wir 8,50 Euro, kann vielleicht ein Single über die Runden kommen. Eine Familie lässt sich damit nicht ernähren.
- Das große: Ein gesetzlicher Mindestlohn kann zwar vorschreiben, dass es keine Bezahlung unterhalb einer gewissen Grenze gibt; es kann aber nicht vorschreiben, wie groß die Zahl der Jobs.
Was ist gewonnen, wenn man zwar Hände hat, aber nicht arbeiten darf, gar nicht? Wenn man nicht einmal einen Teil seines Lebensunterhalts selbst erwirtschaften kann.
Ökonomisch wirkt die Einführung eines Mindestlohn ziemlich simpel: Erreicht der gesetzliche Mindestlohn eine relevante Höhe, dann gibt es nach der Einführung eines solchen Mindestlohns weniger Arbeitsplätze als zuvor.
Eine Mindestlohneinführung hat also Gewinner und Verlierer. Es gewinnt, wer seinen Job behält und dank Mindestlohn mehr verdient als vorher; es verliert, wessen Job sich nach der Einführung eines Mindestlohns nicht mehr rechnet, die Produktivität also unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns liegt.
Manche werden sagen, nun ja, so ist das nun mal; es gibt immer Gewinner und Verlierer, so lange die Zahl der Gewinner überwiegt, sei alles OK.
Wer die Freiheit schätzt, wird so etwas nicht gut finden. Niemand sollte das Recht haben, sich über eine freiwillige Vereinbarung dritter hinwegzusetzen. Schon gar nicht, wenn dadurch ein Job verloren gehen kann.
Das von Arbeitgebern finanzierte Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) hat ausgerechnet, wie viele Jobs von einer gesetzlichen Mindestlohnregelung betroffen wären.
Im Falle eines allgemeinen Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro je Stunde müssten bei 19,2 Prozent aller Beschäftigten die Löhne angehoben werden. So groß ist der Anteil derer, die im Jahr 2011 weniger als 8,50 Euro je Stunde verdient haben. Das entspricht etwa 6,1 Millionen Arbeitnehmern.
Mit anderen Worten: Von der Einführung eines Mindestlohn wäre keinesfalls nur eine kleine Gruppe betroffen. Freilich ist damit nicht gesagt, wie viele Menschen nach einer Mindestlohneinführung ihren Job behalten würden und wie viele nicht.
Fest steht, es würden Jobs verloren gehen. Fest steht, die Politik hätte dafür die Verantwortung zu tragen.
By the way: Wer glaubt, dass wer wenig verdient, auch wenig Einkommen hat, verkennt den Unterschied zwischen Arbeits- und Haushaltseinkommen. Letzteres setzt sich nämlich häufig aus mehreren Einkommen zusammen.
Nochmals das IW Köln:
Ein niedriger Bruttostundenverdienst geht nicht zwangsläufig mit einem niedrigen Einkommenswohlstand einher. Von dem Fünftel der Arbeitnehmer mit dem niedrigsten Bruttostundenverdienst gehören nur 26 Prozent auch beim Äquivalenzeinkommen, das den Haushaltszusammenhang berücksichtigt, zum einkommensschwächsten Fünftel. Dies erklärt sich dadurch, dass Arbeitnehmer mit einem Stundenverdienst von unter 8,50 Euro mit ihrem Nettoverdienst nur zu 38 Prozent zum Haushaltsnettoeinkommen beitragen, nicht zuletzt weil sie nur in gut der Hälfte der Fälle in ihrem Haushalt das höchste Erwerbseinkommen erzielen. Daher liegt ihr Armutsrisiko mit 18 Prozent (Vollzeitarbeitnehmer: 14 Prozent) nicht im bedenklichen Maße über dem der Gesamtbevölkerung (14 Prozent). Ein flächendeckender Mindestlohn in Deutschland wäre daher verteilungspolitisch ineffizient.
- Paper: Mindestlohn, Einkommensverteilung und Armutsrisiko; Moritz Heumer / Hagen Lesch / Christoph Schröder; IWKöln
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