All posts filed under: Gesellschaft

Braucht es bundeseinheitliche Mindeststandards für Kindertagesstätten?

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Gesellschaft / Politik

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will nach Spiegel-Informationen entgegen ihrer Ankündigung nun doch kein bundeseinheitliche Mindeststandards für Kindertagesstätten schaffen. Kommt es so, wird Manuela Schwesig heftig kritisiert werden. Eine Bildungsministerin, die sich gegen bessere Qualität bei der Betreuung und Bildung von Kindern wendet - so wird die Botschaft lauten. Doch dieser Blick greift zu kurz. Die entscheidende Frage ist nicht: Wollen wir eine höhere Qualität in den Kitas? (Ja, das wollen Alle). Die Frage ist: Wie kommen wir zu dieser Qualität?

Was kostet Kriminalität?

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Ökonomie am Rande / Gesellschaft

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist in den letzten Jahren konstant, nachdem sie davor über Jahre gesunken war. Aber was sagt das aus? “In der Gesamtzahl der Straftaten wiegt die Schwere eines Fahrraddiebstahls genauso viel wie die eines Sexualmords”, schreibt Prof. Dr. Horst Entorf von der Goethe Universität Frankfurt in dem lesenswerten Paper “Was kostet uns die Kriminalität? … und welche Kosten sind durch Kriminalitätsbekämpfung vermeidbar?“.

Politik versus echtes Leben: Das Problem mit der Frauenquote

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Gesellschaft / Politik

Frauen machen mehr als die Hälfte der Studierenden aus, der durchschnittliche Frauenanteil in den Führungsgremien der größten europäischen Unternehmen liegt jedoch nur 13,7 Prozent. Außerdem beträgt die bereinigte Lohnlücke in Deutschland (Verdienstunterschied, der bestehen bleibt, wenn weibliche und männliche Arbeitnehmer dieselben Eigenschaften vorweisen, z.B. gleiche Berufserfahrung, äquivalenter Bildungsabschluss und vergleichbarer Beruf) 7 Prozent (Screenshot aus Paper “Gibt es eine optimale Frauenquote?“).

Am Fernsehen olé, fürs Land o weh: Was die Fußball-WM mit Brasilien macht

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Gesellschaft

Wenn diese Erkenntnis Mehrheitsmeinung wird, dann wird es für die Fifa und das Internationale Olympische Komitte zunehmend schwieriger werden, in demokratischen Staaten Abnehmer für ihre Sportgroßveranstaltungen (Fußball-WM, Olympische Spiele) zu finden:  „Die positiven volkswirtschaftlichen Effekte von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sind für die Gastgeberländer meist verschwindend gering“, sagt Dr. Jörn Quitzau, Volkswirt bei der Privatbank Berenberg. Er hat in der Studie „Strategie 2030 – Brasilien und die Fußball-WM 2014“ mit Prof. Dr. Henning Vöpel, Volkswirt am […]

Wohlstand schafft Toleranz: Was der Homosexualitätsprozess in Sambia lehrt

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Gesellschaft

14 Monate saßen James Mwape und Phillip Mubiana in Sambia aus einem einzigen Grund in Untersuchungshaft: weil sie homosexuell sind. Dem Frisör und dem Maurer hätten bei einer Verurteilung Haftstrafen zwischen 14 Jahren und lebenslänglich gedroht. Jetzt sind sie, vermutlich auf Druck westlicher Regierungen, freigesprochen worden (“Sie konnten die sambische Regierung offenbar davon überzeugen, dass Sambias Ansehen international großen Schaden nehmen könnte.”).

Satt und leidend: Wie wir das Elend der Welt vergrößern

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Gesellschaft

Die Menschen rund um den Globus leben bekanntermaßen unter unterschiedlichsten Bedingungen. Vielen fehlt es am notwendigsten. 870 Millionen Menschen leiden weltweit an Hunger. Wir beklagen dies, wir leiden mit den Leidenden, wir fordern von der Politik die Abschaffung des Hungers. Aber was tun wir selbst? Wir kaufen unsere Lebensmittel beim Biolandwirt, der am Rande des Speckgürtels der Großstadt anbaut (“Buy local think global”). Und T-Shirts aus Bangladesch (Pro und Contra zu Primark) kommen uns nicht mehr in den […]

Wenn Versagen keine Ausnahme ist: Warum jeder 10. Deutsche die Schule ohne Abschluss verlässt

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Gesellschaft

Es gibt bekanntlich ein Gesetz, das jeden Menschen ab einem bestimmten Alter verpflichtet, eine staatlich anerkannte Schule zu besuchen. Wer Menschen mit der Kraft des Gesetzes verpflichtet, steht selbst in der Pflicht. Der enorme Eingriff in die Freiheit jedes Einzelnen kann (höchstens) dann legitim sein, wenn der Staat durch die Schulpflicht eine gewinnbringende Zeit für jeden einzelnen Schüler ermöglicht. – Doch der Staat kommt dieser Pflicht nicht nach, weder objektiv noch subjektiv. objektiv Kaum ein beruflicher […]

Warum wir immer weniger Eigentum brauchen

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Gesellschaft

Wir tauschen unsere Wohnungen, wir leihen Autos, statt sie zu kaufen, und wir arbeiten in Coworking Spaces: Vor allem der Fortschritt in der Informationstechnologie hat uns neue Möglichkeiten gebracht, Dinge nicht kaufen, sondern sie auf Zeit nutzen zu können. Der große Vorteil: niedrigere Kosten. Weil mehrere Menschen das gleiche Produkt verwenden, nur eben meist nicht zur gleichen Zeit. Die Unternehmensberatung Nielsen hat Zahlen zur so genannten Sharing Economy veröffentlicht. Demnach nimmt die Akzeptanz dieser Nutzungsform weltweit zu: […]

Tatwaffe Auto: Warum werden Verkehrsunfälle mit Todesfolge schwächer bestraft als andere Tötungsformen?

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Gesellschaft

Wie begeht man den perfekten Mord? Die schlichte Antwort im (wie immer interessanten wie kurzweiligen) Freakonomics-Podcast “The perfect crime“:  mit der perfektesten, weil unverdächtigsten aller Mordwaffen, dem Auto. Freilich sollte der “Unfall” einigermaßen zufällig aussehen. Dann aber sei die Motivation (Mord) nur schwer nachweisbar. Hinzu kommt: Die Strafen für Tötungen mit dem Auto sind im Vergleich zu anderen Tötungsformen deutlich geringer, zumindest in den USA, vor allem in New York (kennt jemand die Gesetzgebung/Rechtssprechung in Deutschland?). So gab […]

Wenn Regeln fehlen: Wie lässt sich die Zahl tödlicher Fahrradunfälle verringern?

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Gesellschaft

Wenn es hart auf hart kommt, wenn einer nicht in letzter Sekunde das Lenkrad herumreißt, wenn statt “Oh man, Glück gehabt” keine Worte mehr gesprochen werden können, dann sind Fahrradfahrer, Fußgänger und Kinder die Verlierer. Gestern ist so ein unfassbares Unglück geschehen. In unserem Kiez ist ein 42-Jähriger Fahrradfahrer unter einen LKW gekommen. Er sei, ohne auf den Verkehr zu achten, von einer Nebenstraße (Hideenseer Straße) auf die vielbefahrene Prenzlauer Allee eingebogen. Das klingt ziemlich […]

Erfolg der Besitzstandswahrer: Warum die Initiative “100% Tempelhofer Feld” gewonnen hat

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Gesellschaft / Politik

Ergebnisse von Volksentscheiden haben die Tendenz zum Strukturkonservatismus. Das alles so bleibt wie es ist. Mindestens bei Abstimmungen über Bebauungsfragen. Weil jene abstimmen, die durch Veränderung was zu verlieren hätten. Die Eingesessenen, die Altmieter, die Wohnungseigentümer – die Besitzstandswahrer also. Die möglichen Gewinner sind unbestimmt. Jene, die etwa durch neuen Wohnraum in neuen Wohnraum ziehen könnten. Die aber von ihrem Glück noch nichts wissen, nichts wissen können. Weil das Glück in der fernen Zukunft liegt. […]

Warum der Mindestlohn Arbeitgeber glücklich macht (und hunderttausende Arbeitnehmer unglücklich)

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Ökonomik / Gesellschaft

Die Regierung liefert, was sie im Koalitionsvertrag versprochen hat. Ab 1. Juli werden die Älteren zufrieden gestellt, ab kommendem Jahr die Menschen mit niedrigem Einkommen. 8,50 Euro wird ab 1. Januar 2015 der gesetzliche Mindestlohn betragen. Mindestens 4,6 Millionen Deutsche werden davon betroffen sein, vermuten Hagen Lesch, Alexander Mayer und Lisa Schmid vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Viele werden aber nicht nur be-, sondern vor allem getroffen sein: Patrick Arni, Werner Eichhorst, Nico […]

Die Angst vor der Freiheit: Warum lässt sich mit mehr Selbstbestimmung (Beispiel Flexirente) politisch kaum punkten?

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Gesellschaft

Gespräch beim Abendessen, diese Woche. Wir erzählen, was der Tag, der Arbeitstag, für Gedanken brachte. Sie wundert sich, wie häufig Menschen Strukturen einfordern würden. Sich Vorgaben wünschten. Statt Zwanglosigkeit als Freiheit zu empfinden. Und zu nutzen. Um eigene Ideen und Vorstellungen umzusetzen. Freiheit als Gestaltungsraum. Das sähen wenige so. Ich erzähle von meinen Arbeitstag, dass die Regierung sich ja beim Rentenpaket geeinigt habe. Dass die Machthaber Mütterrente und Rente mit 63 als Schritt zu mehr […]

Warum tickt die Schweiz anders? #Mindestlohn

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Gesellschaft / politische Ökonomie

Warum sind eigentlich 84 Prozent der Deutschen für einen Mindestlohn und in der Schweiz 77 Prozent dagegen? Mir fallen zwei Thesen ein: 1) Weil direkte Demokratie ein Aufklärungsinteresse schafft, dem Erkenntnisgewinne folgen. 2) Weil den Schweizern ein Mindestlohn von 22 Franken (umgerechnet 18,50 Euro) zu hoch ist (In zwei Kantonen gibt es bereits einen gesetzlichen Mindestlohn, was zeigt, dass die Schweizer nicht grundsätzlich gegen Mindestlöhne sind). Die Höhe des Mindestlohns, der in der Schweiz zur […]

Wie nennt man eine Gesellschaft, in der man 52,38 Prozent seines Einkommens abgeben muss? #Marktwirtschaft #not

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Gesellschaft / Politik

Wolfgang Schäuble könnte in die Geschichtsbücher eingehen.  Dank Steuerrekord soll der Bundeshaushalt im nächsten Jahr ohne neue Schulden auskommen. Schäuble wäre der erste Finanzminister seit 1969, dem das gelänge. Doch die positive Nachricht hat ein Schattenseite, die sichtbar wird, wenn man den Blick vom Einnehmer (Staat) zum Finanzier (Gesellschaft) wendet. Der Brüssler Think Tank New Direction hat die Belastung der Durchschnittsverdiener in der EU untersucht. Das Ergebnis: Sie steigt stetig. “Für den typischen Durchschnittsverdiener in der […]

Ökonomik als Wissenschaft von der Gesellschaft: Was ich Gary Becker verdanke

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Ökonomik / Gesellschaft

Von Gary Becker habe ich gelernt, dass man mit Ökonomie das Leben, vor allem das Zusammenleben eklären kann. Vielleicht hätte ich mein Studium der Volkswirtschaftslehre nie beendet, wenn mir nicht irgendwann gegen Ende des Grundstudiums klar geworden wäre, dass man mit Ökonomik mehr erklären kann als BIP-Entwicklung und die Theorie des Unternehmens. Aus dem Nachruf in der FAZ: “Becker predigte nicht, das Leben der Wirtschaft zu unterwerfen. Seine Studien sind sinniger als steter Versuch zu […]

Ein gutes Geschäft: Warum wir Dinge verschenken

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Ökonomie am Rande / Gesellschaft

Warum  sich der Gedanke in mein Leben schlich und woher die Motivation kommt, dem Gedanken Taten folgen zu lassen, darüber bin ich im Unklaren. Im schlechten Fall ist es der Vorbote einer Midlife Crisis. Ich gehöre mit 43 zur Zielgruppe (“psychischen Zustand der Unsicherheit im Lebensabschnitt von etwa 30 bis Anfang 50“). Jedenfalls hatte ich vor einiger Zeit die Idee, den Hausstand zu reduzieren. Es ist, wie gesagt, nicht beim Gedanke geblieben. Ich habe CDs […]

Gutes Image, halbe Miete: Wie Hebammen geschickt ihre Interessen durchsetzen

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Gesellschaft / politische Ökonomie / Unternehmen/Branchen

Wie wichtig eine gutes Image bei der Durchsetzung eigener Ziele ist, über die letztlich die Mehrheit entscheidet, zeigen aktuell die Hebammen. Menschen, die anderen Menschen ins Leben helfen – kann man mehr Gutes tun? Ärzte wissen schon lange, wie man dieses Image für sich nutzt. Viele sind damit reich geworden. Mein Eindruck: Auch die Hebammen beherrschen diese Klaviatur, genauer gesagt deren Interessenvertretung, der Deutsche HebammenVerband (18.500 der 21.000 Geburtshelferinnen sind im Verband; Organisationsgrad: 88 Prozent!). […]