The Half-of-the-Time-Homo-Economicus: Why a Fundamental Assumption of Economic Theory is the Best we can have

Mr. Spock: The prototype of the homo economicus? // photo: Clay Newton (CC BY-SA 2.0)
Mr. Spock: The prototype of the homo economicus? // photo: Clay Newton (CC BY-SA 2.0)

There has been a lot of criticism on the assumptions of the homo economicus model which refers to the concept of humans as rational and narrowly self-interested actors.

“Economics is that way of understanding behavior that starts from the assumption that people have objectives and tend to choose the correct way to achieve them”, says David Friedman in Price Theory: An Intermediate Text describing the concept of the homo economicus in a simple way.

What is interesting to me is that Friedman leads to a point a critic cannot possibly deny: To assume, that people try to act rational. And he is going even further: Acting rational is the only adequate assumption one can do. Friedman in Hidden Order: The Economics of Everyday Life:

“The assumption describes our actions, not our thoughts. If you had to understand something intellectually in order to do it, none of us would be able to walk. Economics is based on the assumption that people have reasonably simple objectives and choose means to achieve them. Both assumptions are false but useful. Suppose someone is rational only half the time. Since there is generally one right way of doing things and many wrong ways, the rational behavior can be predicted but the irrational cannot. If we assume he is rational, we predict his behavior correctly about half of the time – far from perfect, but a lot better then nothing.”

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Wenn keiner den Abwasch macht: Die Nato in der Trittbrettfahrer-Falle

Wo es immer weniger Soldaten gibt, sind deren Stimmen auch weniger wahlentscheidend.  // photo: Medien Bundeswehr (CC BY-NC-ND 2.0)
Ungeliebte Bundeswehr: Mit dem Versprechen auf steigende Militärausgaben lässt sich keine Wahl gewinnen. // photo: Medien Bundeswehr (CC BY-NC-ND 2.0)

Die meisten WG-Bewohner kennen das Problem: Regelmäßig bleibt der Abwasch liegen. Schuld ist der Homo Oeconomicus. Der maximiert nämlich seinen Nutzen, wenn er sich selbst nicht anstrengt und am Gruppenerfolg (saubere Küche) partizipiert. Je größer die Gruppe, desto weniger fällt eine einzelne Zurückhaltung ins Gewicht. Das Problem: Denken alle so, wird das Ziel verfehlt. Die Küche bleibt dreckig.

Das Problem tritt in allen Gesellschaften in unterschiedlichsten Varianten auf. In der Ökonomie nennt man es das Trittbrettfahrer-Verhalten. Unternehmen, in denen es an Zuordnung von Verantwortung fehlt, leiden darunter. Und auch die Nato.

Eigentlich gibt es die Selbstverpflichtung jedes Nato-Mitglieds, 2 Prozent des Wohlstands (Bruttosozialprodukt) ins Militär zu stecken. Doch die Regierungen geben die Steuereinnahmen beispielsweise lieber für Umverteilung von der rechten in die linke Hosentasche aus (bringt mehr Stimmen).

Fast alle Länder reißen das Budgetziel (siehe Tabelle) – auch Deutschland, das gerade ein besonders anschauliches Beispiel des Trittbrettfahrer-Verhaltens liefert: Die Materialprobleme der Truppe sind so groß, dass es seine Bündniszusagen nicht einhalten kann.

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Selbstverpflichtungen haben eben nur dann einen Wert, wenn sie bei Einhaltung positive und/oder bei Nicht-Einhaltung negative Folgen haben. Bei der Budgetverpflichtung der Nato-Mitgliedsstaaten ist aber beides kaum der Fall. Auch weil eine politische Sanktionierung durch den Wähler weitgehend fehlt. Wer wählt schon eine Partei, die höhere Militärausgaben verspricht? Lediglich Bundeswehrsoldaten dürften den Regierungsparteien die aktuelle Politik krumm nehmen. Aber deren Zahl sinkt stetig und wird dadurch weniger wahlrelevant.

Auf der anderen Seite: Hohe Militärausgaben scheinen nicht gerade ein Indiz für gefestigte Demokratien zu sein… (Tabelle: alle Länder mit Militärausgaben über 5 Prozent des BIP)

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“Absolut untragbar”: Wie die Union mit dem sensiblen Thema Inzest umgeht

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Fassungslos: Stephan Ernst Johann Mayer, Sprecher der Arbeitsgruppe Inneres der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Das Mehrheitsvotum des Deutschen Ethikrates, die Strafbarkeit des einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs zwischen erwachsenen und nicht miteinander aufgewachsenen Geschwistern aufzuheben, stößt in der Politik, wenig überraschend, auf weitgehende AblehnungInzest ist noch immer ein Tabu, dem kann sich die – nach Mehrheiten schielende – Politik schwer entziehen.

Und es ist auch wenig verwunderlich (aber in den Augen der “Betroffenen” vermutlich ziemlich schlimm), dass die CSU am lautesten brüllt. Der innenpolitische Sprecher der Unionfraktion Stephan Mayer (CSU) nennt das Votum des Deutschen Ethikrates einen „sittenwidrigen Vorstoß“. Er sei “fassungslos über das Votum des Ethikrats”, das „absolut untragbar” sei. Der Ethikrat, so wettert Mayer via Bild, müsse sich fragen lassen, ob er seinem Auftrag noch gerecht werde.

 

Lieber Herr Mayer,
vielleicht bedenken Sie einmal in einer ruhigen Minute das Für und Wider der Strafbarkeit von Inzest (gerne unter Zuhilfenahme von Experten, etwa hier beim SWR2 Forum). Vielleicht kommen Sie dann auch zu dem Schluss (den Sie als CSU-Mitglied vielleicht für sich behalten müssen), dass in einer freiheitlichen Gesellschaft über Beziehungen jeder selbst entscheiden sollte; dass aus den Moralvorstellungen Dritter keine Strafe folgen sollte, wenn Dritte nicht tangiert sind; dass das Strafgesetzbuch überhaupt der falsche Ort ist, um überkommene Tabus aufrechtzuerhalten.

In schwacher Hoffnung grüßt
der Pixelökonom

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Why free-trade is a great piece of fortune …

german

Das Video basiert auf dem Essay „I, Pencil“ von Leonard Read, der erstmals 1958 in der Zeitschrift The Freeman erschien, die von der Foundation for Economic Education herausgegeben wird.

-> Deutsche Übersetzung von Gesine von Prollius

english

A film from the Competitive Enterprise Institute, adapted from the 1958 essay by Leonard E. Read. For more about I, Pencil, visit http://www.ipencilmovie.org

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Wie staatliche Regulierung Vermieter zu Mietpreishaien macht

Schöner wohnen: Schadet Regulierung dem Verhältnis von Vermietern und Mietern? // photo: Mathias Liebing (CC BY-NC-ND 2.0)
Schöner wohnen: Schadet Regulierung dem Verhältnis von Vermietern und Mietern? // photo: Mathias Liebing (CC BY-NC-ND 2.0)

Was passiert, wenn man mit staatlichen Eingriffen bestehende Vermietungen vor Mietpreissteigerungen schützt, bei Neubezug aber weitgehend den Marktpreis zulässt? Natürlich: Wohnungsvermieter setzen auf neue Mieter. Das bringt mehr Geld.

Und in der Tendenz führt dieser Anreiz dazu, dass versucht wird, Altmieter aus ihrer Wohnung zu bekommen. Mit Ignoranz, mit leichtem Druck, mit Bösartigkeit. Eine Blüte wird im jüngsten Freakonomics Podcast erzählt, wo ein Fitness-Studio in einer renovierten Wohnungseinheit nur von denen benutzt werden darf, die den deutlich höheren Neuvermietungspreis bezahlen. Ist so ein Ausschluss seitens der Wohnungsbaugesellschaft diskriminierend? Wichtiger aber: Wessen Schuld ist es im Kern, wenn es solch unmoralisches Verhalten manigfaltig gibt? Sind die “bösen Immobilienhaie” Schuld oder nicht eher diejenigen, die Regulierungen beschließen (Stichwort “Mietpreisbremse”), die zu solchem Verhalten verleitet?

Der neueste Freakonomics Podcast “Fitness Apartheid” gibt Antworten.

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David Friedman: A lecture on liberty

Can you spare an hour for one of the most interesting liberal person I know? Economist and physicist David Friedman speaks to the students of Boise State University about the system of anarcho-capitalism that he lays out in his most well-known book, The Machinery of Freedom.

Wikipedia:

David Director Friedman (born February 12, 1945) is an economist, physicist, legal scholar, and libertarian theorist. He is known for his writings in market anarchist theory, which is the subject of his most popular book, The Machinery of Freedom (1973, revised 1989 and 2014).

David Friedman is the son of economists Rose and Milton Friedman. His son, Patri Friedman, has also written about libertarian theory and market anarchism, particularly seasteading.

In his book The Machinery of Freedom (1973), Friedman sketched a form of anarcho-capitalism where all goods and services including law itself can be produced by the free market. This differs from the version proposed by Murray Rothbard, where a legal code would first be consented to by the parties involved in setting up the anarcho-capitalist society. Friedman advocates an incrementalist approach to achieve anarcho-capitalism by gradual privatization of areas that government is involved in, ultimately privatizing law and order itself. In the book, he states his opposition to violent anarcho-capitalist revolution.

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Was kostet eigentlich ein digitales FAZ-Abo?

FAZ digital Abo

Ich hatte in einem jüngsten Post die Kosten für Medienangebote von Netflix und Spotify neben die eines FAZ-Abos gestellt. Ein Einwurf auf meinen Post war, ich hätte Äpfel mit Birnen verglichen. Etwa weil ich den Printpreis der FAZ mit den Digitalpreisen (was sonst) von Netflix und Spotify ins Verhältnis gesetzt hätte.

Ich habe daraufhin den Digital-Abopreis der FAZ recherchiert…

In der digitalen Mittwochsausgabe (24.09.2014) der FAZ entdecke ich folgende Eigenwerbung:

FAZ Anzeige

Man kann die FAZ testen, steht da. Klingt irgendwie nach kostenlos, zumindest nach günstig. Ich klicke den “Jetzt testen”-Button zu “Kombi-Angebot FAZ und FAS”. Auf der Seite, die dann erscheint (siehe Screenshot unten), vom Preis keine Spur.

FAZ Anzeige 2

Auch auf dem zweiten Screen, der darunter folgt, nichts:

FAZ Anzeige 3

Erst auf dem dritten Screen (siehe unten) entdeckt man unauffällig den Preis: 26,80 Euro.

Da dies der um 33 Prozent reduzierte Preis ist, kostet ein reguläres Abo (Dreisatz sei Dank) offenbar 40 Euro pro Monat (niedergeschrieben findet man das nirgends).

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So kommuniziert die FAZ also ihre Preise. Bei der Höhe irgendwie verständlich. Auf der anderen Seite, liebe FAZ: Ihr macht seriösen Journalismus, schön wäre es, ihr würdet diesen auch seriös – gerne auch attraktiv – verkaufen.

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Die vergessenen Milliarden: Wie die Bundesregierung Subventionen klein rechnet

Subventionsempfänger: deutsche Industrie. //photo by Martin Fisch (CC BY-SA 2.0)
Subventionsempfänger Industrie: In diesem Jahr verzichtet die Bundesregierung darauf, einen Subventionsbericht vorzulegen. Ein Grund mehr, das Thema aufzugreifen. //photo by Martin Fisch (CC BY-SA 2.0)

21,8 Milliarden Euro haben Bund und Länder im Jahr 2011 an Subventionen gezahlt. So hatte man es im Subventionsbericht der Bundesregierung (in english) und in den Medien gelesen.

Doch das ist nur der kleine Teil der Wahrheit, wie Prof. Dr. Henning Klodt vom Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW), bereits vor einiger Zeit im Wirtschaftsdienst aufgeschrieben hat.

 

Subventionen für die Jahre 2011 bis 2014 nach Definition der Bundesregierung
Subventionen für die Jahre 2011 bis 2014 nach Definition der Bundesregierung

Nimmt man die Finanzhilfen der Länder und Gemeinden sowie die auf sie entfallenden Steuermindereinnahmen, die so genannten Marktordnungsausgaben der EU (Agrarsubventionen) und die Finanzhilfen aus dem European Recovery Program (ERP) hinzu, dann ergibt sich eine Summe von 44,2 Milliarden Euro.

Das ist lange nicht alles. Die Rechnung der Bundesregierung enthalte, so Klodt, beispielsweise nicht die Investitionszuschüsse des Bundes für die Schienenwege, die Krankenversicherungszuschüsse für Landwirte oder die vom Bund an die Länder ausgereichten Regionalisierungsmittel zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs.

Das Institut für Weltwirtschaft bezieht diese Leistungen in seinem “Kieler Subventionsbericht” mit ein und kommt so auf insgesamt 92 Milliarden Euro. Darin enthalten sind alle “staatliche Leistungen an Unternehmen, denen keine entsprechenden Gegenleistungen gegenüberstehen.”

Der Kieler Subventionsbericht hört bei dieser Abgrenzung aber nicht auf. Die Wissenschaftler erfassen darüber hinaus auch staatliche Leistungen zugunsten von Privathaushalten und Organisationen ohne Erwerbszweck, soweit sie die Produktionsstrukturen verzerren. “Ein Beispiel sind staatliche Subventionen für Theater, die in der Regel den großen Bühnen zugutekommen und die Kleinkunstbühnen vernachlässigen oder völlig leer ausgehen lassen”, schreibt Klodt.

In der Summe ergeben sich damit am Ende Subventionen von fast 170 Milliarden Euro.

Und: Nach dieser erweiterten Abgrenzung sind die Subventionen nicht, wie von der Bundesregierung behauptet, konstant, sie steigen vielmehr.

Warum das so ist?

Klodt:

“Eine Antwort könnte lauten, dass die Gewinner von Subventionsmaßnahmen aus eng abgegrenzten Personenbereichen bestehen, die sich der Vorteile für sie sehr wohl bewusst sind. Auf der Verliererseite steht die breite Masse der Steuerzahler, für die jede einzelne Subvention nur zu einer unmerklich kleinen Zusatzbelastung führt, weshalb sie die Gesamtlast aller Subventionen nicht so stark spüren.”

Und was kann man tun, damit Subventionen weniger werden?

“Wenn diese Last für die breite Öffentlichkeit transparent wäre, könnte das die Wahlchancen subventionsgewährender Politiker durchaus beeinträchtigen.”

Die Bundesregierung tut demnach aus ihrer Sicht gut daran, das gesamte Ausmaß der Subventionen zu verbergen und ihren Subventionsbericht nicht jährlich zu veröffentlichen. Wer die Nachteile von Subventionen kennt, wird sich über Öffentlichkeit für das Thema freuen.   

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8, 10, 62 Euro: Wie viel sind wir bereit für ein Monatsabo zu zahlen?

Netflix, Spotify, FAZ
Einen Monat unendlich viele Serien und Filme schauen: 7,99 Euro (-> Netflix). 

Einen Monat alle Musik der Welt hören: kostenlos mit Werbung oder 9,99 Euro ohne Werbung (-> Spotify).

Einen Monat ein einziges (zugegebenermaßen gutes) Nachrichtenmedium lesen: ab 1. Oktober (Print und Digital) 61,90 Euro; nur digital vermutlich 40 Euro (-> FAZ) (bei  gleichzeitiger Reduktion der Qualität). Digitalabo kostete ü

Die Zahlungsbereitschaft für Tageszeitungen stammt offensichtlich aus einer anderen Zeit. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spotify-Netflix-Mensch für die Nutzung eines singulären Angebots wie die FAZ Monat für Monat mehr als 60 Euro ausgibt, kann nur gegen Null tendieren.

Die Preispolitik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Erhöhung der Abopreise zu Beginn des Jahres und ab 1. Oktober) lässt sich rational einzig so erklären: Der Verlag will in das Grab, das der Strukturwandel geschaufelt hat, so viel Einnahmen wie möglich mitnehmen. Im Grunde hat eine solche Preispolitik Züge von  Altersdiskriminierung: Hohe Abopreise werden von denen abgeschöpft, die sich nicht mehr an die Welt des Internets gewöhnen wollen oder können. Dort nämlich stellt auch die FAZ den Großteil ihrer Inhalte kostenlos zur Verfügung.

Nimmt man den Saldo aus Einnahmen und Ausgaben als Maßstab funktioniert die Hochpreis-Stragie der FAZ bisher nicht: das Defizit  steigt. Ich bin mir sicher: Mit einer solchen Preispolitik wird der Zeitungsverlag seine (Print-)Leserschaft sehr bald auf eine sehr kleine Zielgruppe reduziert haben.

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