Für was ich zahle: Der Medienwandel am Beispiel des eigenen Geldbeutels

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Digitales

Für die exemplarische Beschreibung der Gründe des schleichenden Niedergangs der Verlage bin ich bestens geeignet. Ich hatte früher die Englisch-Lernzeitschrift Spotlight abonniert (12 Ausgaben, 69,60 Euro), viele Jahre die Süddeutsche Zeitung (Jahresabo 561,60), einige Zeit stattdessen die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Jahresabo 526,80 Euro), für wenige Jahre die International Herald Tribune (Jahresabo 457 Euro) und den Economist (Jahresabo 128 Euro).

Ein einziges Abo ist heute geblieben: die Fachzeitschrift Wirtschaftsdienst (Jahresabo 111,28 Euro). Der Rest wird online gelesen – kostenlos versteht sich.

Die Print-Ära geht zu Ende, das ist bekannt. Digital ist billiger, umweltschonender, schneller, praktischer, vielfältiger. Content ist dennoch nicht tot, Geld verdient wird weniger über den Verkauf von Inhalten als über Werbung. Schon immer war das Geschäftsmodell der Zeitschriften- und Zeitungsverlage ein doppeltes: Der Verkauf von Anzeigen an Unternehmen plus der Verkauf der Publikation an den Leser. Letzters bricht weg, ersteres gerät zumindest unter Druck, weil ein Teil des Anzeigenvolumens (zum Beispiel Kleinanzeigen) ebenfalls ins Internet abgewandert ist.

Verdient wird heute weniger mit Content als mit der Lieferung und Verwaltung dieser Inhalte. Auch hierfür bin ich das beste Beispiel. Für folgende Dienste zahle ich aktuell:

  • T-Mobile-Vertrag “SKComplete (1. Generation XL) Journalisten” (jährlich mindestens 864 Euro)

Der Vertrag bei T-Mobile ist nicht der billigste, gibt mir durch die Flatrates in alle Netze und bei Daten (5 GB pro Monat, danach Drosselung) ein beruhigendes Gefühl bei der stetigen Nutzung von iPhone und iPad.

Den Cloud-Dienst MobileMe von Apple nutze ich zur Synchronisation von Lesezeichen, Kalender und Kontakten mit meinen verschiedenen Apple-Geräten und ebenfalls zur Synchronisation der Festplatten (iDisk). Ersteres bietet der Apple-Dienst iCloud mittlerweile kostenlos an, für letzteres werde ich in Zukunft einzig auf den Dienst “Dropbox” zurückgreifen, den ich bereits heute nutze. MobileMe ist ein Auslaufmodell.

  • Dropbox (Jahresabo 99 Dollar für 50 GB)

Bei keinem Cloudanbieter kann man seine Daten unkomplizierter verwalten als beim Marktführer Dropbox. Gerade im Vergleich zu iDisk von Apple ist die Handhabung ein Kinderspiel. Dropbox ist in der Grundausstattung kostenlos, es stehen in dieser kostenlosen Variante 2 GB Speicherplatz zur Verfügung.

Evernote ist der umfangreichste Archivierungsdienst, den ich kenn – und dabei sehr praktisch. Ich nutze den Dienst – den es sowohl als Webvariante, für mobile Geräte und für native Applikation für Mac (Link für Mac-App), Windows und Android gibt – als Archiv für alle Inhalte, die mir aufhebenswürdig erscheinen. Wie bei Dropbox ist die Standardvariante kostenlos, man kann dann aber lediglich 1 GB Datenvolumen pro Monat auf den Evernote-Server hochladen.

Ohne Omnifocus wäre mein Leben Chaos. Mit Omnifocus organisiere ich alles. Jeder erinnerungswerter Gedanke wird dort niedergeschrieben, mein Berufsleben eingetaktet, Einkaufszettel erstellt, Termine abgelegt, einfach alles. Omnifocus hat mein Leben entstresst, auch weil es das perfekte Tool ist, um vor großen Aufgaben nicht zu kapitulieren. Omnifocus hilft, folgende Lebensweisheit umzusetzen: “Find the next doable step!”

Der Schweizer Anbieter Zattoo hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen auf iPad und iPhone gebracht. Das Angebot finanziert sich durch Werbung, die beim Umschalten der Programme eingespielt wird. Wen das stört, kann Abos mit unterschiedlicher Laufzeit abschließen (1 Monat Laufzeit 3,99 Euro, 3 Monate Laufzeit 9,99 Euro, 12 Monate Laufzeit 29,99 Euro)

Ich kenne keine Wetterprognose, die genauer ist, als die der MeteoGroup. In der Standard-Variante zahlt man einmalig den Kaufpreis der App (gibt es nicht nur für iOS-Geräte), Prognosen gibt es dann im Drei-Stunden-Takt. Wer, wie ich, fürs Abo bezahlt, bekommt stündliche Vorhersagen.

Eine einzige Content-Branche hat ihr Geschäftsmodell in mein digitales Leben hinübergerettet: die Buchverlage. Ich lese regelmäßig eBooks – vorwiegend mit der Apple-App iBooks und der App Textunes. Zuletzt (bis zur letzten Seite) gelesene Bücher: “Die Geigenlehrerin” von Barbara Hall (7,99 EuroTextunes-Link) , “Die Einsamkeit der Primzahlen” von Paolo Giordano (7,99 EuroTextunes-Link), “Wasser für die Elefanten” von Sara Gruen (7,99 EuroiTunes-Store-Link).

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